
Die Hitze sorgte in Großbritannien für einen Verkehrskollaps. In der Steiermark ist die Lage (noch) stabil, wie ein Rundruf der „Steirerkrone“ belegt. Doch der Klimawandel ist auch für die Verkehrsinfrastruktur eine große Herausforderung.
In Großbritannien ist unter der Last der Hitzewelle vielerorts die Verkehrsinfrastruktur weggebrochen: Zugverbindungen mussten eingestellt werden, weil sich Schienen verzogen hatten. Straßen wurde gesperrt, weil der Asphalt sich wölbte. Und auch manche kleinere Flughäfen konnten der Hitze nicht standhalten.
Infrastruktur „teilweise alt aber gut gewartet“
Vor ähnlichen Szenarien ist man hierzulande noch gefeit: „Die Infrastruktur in der Steiermark ist zwar in Teilbereichen ,alt’, aber sie ist gut gewartet oder bereits erneuert. Wir haben heuer trotz der großen Hitze noch keine besonderen Schäden“, sagt Walter Mocnik, Sprecher der Asfinag, über die Autobahnen.
Sicherheit auch bei extremer Hitze gewährt
Auch auf der Schiene ist man besser aufgestellt als die Briten: „Im Netz der ÖBB werden bereits beim Bau Maßnahmen gesetzt, um Gleisverwerfungen aufgrund von hohen Temperaturen vorzubeugen. Darüber hinaus gibt es ein Maßnahmenbündel aus technischen Vorsorgen und Überwachungen, das höchstmögliche Sicherheit bei extremer Hitze garantiert“, erklärt ÖBB-Sprecherin Rosanna Zernatto-Peschel.
Entgleisungen aufgrund von Gleisverwerfungen seien daher eigentlich kein Thema: „Auch bei Hitzewellen kommen wir mit Gleisverwerfungen gut zurecht, da die Überwachungsmaßnahmen und auch die baulichen Standards in Österreich für hohe Temperaturschwankungen ausgelegt sind“, so Zernatto-Peschel.
Grazer Bims: „Sollte kein Problem geben“
Ähnlich ist die Situation auch bei den Bims in Graz: „Es sollte keine Problem geben: die Schienen liegen eingebettet in der Straße und können daher nicht aus. Außer in Mariatrost, wo sie obenauf liegen: da ist aber Schatten“, sagt Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding Graz.
Manche möglichen Schäden zeigen sich aber auch erst im Herbst: „Durch die Hitze dehnt sich das Material aus, wenn es wieder kalt wird im Herbst ziehen sie sich wieder zusammen und durch diese Spannungen kann es dann zu Schienenbrüchen kommen. Auch kann an den Schienenrändern Bitumen weich werden. Das müssen wir dann sanieren.“
Entwarnung gibt es auch am Flughafen Graz: „Piste und Rollbahnsystem halten die hohen Temperaturen, die wir ja schon in den letzten Jahren immer öfter verzeichnet haben, gut aus. Allerdings wird ihnen bei den täglichen Kontrollen nun noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt“, erklärt Sprecherin Doris Poelt. Zudem achte man darauf, dass Mitarbeiter nicht zu lange in der Sonne tätig sein müssen.
Klimawandel als große Herausforderung
Generell stellt der Klimawandel aber eine große Herausforderung für die Verkehrsinfrastruktur dar: Eine Studie des Klimafonds etwa hat belegt, dass Wetterextreme für immer mehr und höhere Schäden verantwortlich sind - von Straßenunterspülungen bei Hochwasser bis hin zu Ausfällen wegen Hitze. Tendenz steigend.
„Es gilt daher zukunftsfähige Strukturen weiter auszubauen und nicht etwa Regionalbahnen, die bei möglichen Ausfällen eine sehr wichtige Alternative darstellen können, einzustellen“, sagt Christian Grazer vom Verkehrsclub Österreich.













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