96.000 Euro Beute

Geldwäscheprozess: „Sie ist naiv und blauäugig“

Oberösterreich
13.07.2022 07:00

96.000 Euro reingewaschen - ist eine Linzerin Opfer oder Täterin? Ihr drohen wegen Geldwäscheverdachts bis zu zehn Jahre Haft. Der Richter will es jetzt genauer wissen.

Ist sie selbst zum Opfer geworden, oder war es ihr schlicht egal, dass sie als „Strohfrau“ ergaunertes Geld reingewaschen hat? Vor dem Landesgericht in Linz saß am Dienstag eine 26-jährige Linzerin, die aus der Karibik stammt. Sie war wegen Geldwäsche angeklagt. 95.000 Euro sollen über vier ihrer Konten geflossen sein - von zehn verliebten Frauen, die 24-mal Geld an Betrüger, in die sie sich im Internet „verschossen“ hatten, überwiesen hatten. „Sie war sicher nicht die Haupttäterin, aber Teil der Struktur“, sagte Ankläger Philipp Christl. Anwalt Manfred Arthofer verneinte die Geldflüsse nicht, sah seine Mandantin aber ebenfalls als Opfer: „Sie ist selten naiv und blauäugig, wurde von einem Mann, in den sie schwer verliebt war, ausgenützt.“

Vor dem Richter sagte die Angeklagte erstmals zu den Vorwürfen aus. Sie habe sich bei einer Solo-Reise nach Rom in einen Nigerianer verliebt: Arafat A. (29), angeblich Bauunternehmer.

Angebliche Investitionen in die Baufirma
Dass sie dann für ihn vier Konten in Linz aufmachen sollte, über die eben jene 95.000 Euro flossen, habe sie nicht hinterfragt. Auch nicht, warum angebliche Investitionen in die Baufirma nicht über das Unternehmenskonto geflossen sind. „Ich habe es als Freundin gemacht“, behauptete die Linzerin. Warum sie dann immer 15 Prozent der Summe einbehalten und nur 85 Prozent weitergeleitet habe? „Dazu sage ich nichts“, gab es als Antwort.

Jetzt muss die Polizei Arafat U., der sich nicht mehr meldet, suchen und alle Überweisungen checken. Immerhin geht es um bis zu zehn Jahre Haft. Vertagt.

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