Schon vor 25 Jahren löste Lustenau eine Euphorie aus. Nun will der Aufsteiger länger oben bleiben als damals.
Rückblende: Am 9. Juli 1997 bestritt Austria Lustenau, drei Jahre zuvor noch in der Regionalliga West engagiert, das erste Bundesligaspiel der mittlerweile 102-jährigen Vereinsgeschichte. Gegen den regierenden Meister Austria Salzburg, bei denen unter anderem Adi Hütter, Walter Kogler und Edi Glieder auf dem Platz standen, feierten die Vorarlberger vor 10.400 Zuschauern einen sensationellen und viel umjubelten 2:0-Heimsieg. Die Lustenauer Torschützen Sammy Koejoe und Tamas Tiefenbach wurden im Anschluss wie Popstars gefeiert, die Grün-Weißen lösten im Ländle eine noch nie dagewesene Fußball-Euphorie aus.
Nach zwei neunten Plätzen war dieser Boom - zumindest für die Lustenauer - in der Spielzeit 1999/2000 aber wieder vorbei. Mit gerade einmal 19 Zählern standen sie bereits früh als Fixabsteiger fest. Der angepeilte Wiederaufstieg wurde einige Mal knapp verpasst. Dennoch sorgte die Austria 2009 für europaweite Schlagzeilen, als sie ihren Hauptsponsor verlosten. Zu jener Zeit etwas komplett Neues. Eine sportliche Erfolgsgeschichte schrieb man in der Saison 2010/11, als den Lustenauern als erstem Ländle-Klub der Einzug ins Endspiel des ÖFB-Cups gelang. Das ging aber gegen Ried (0:2) ebenso verloren wie die zweite Finalteilnahme in der Saison 2019/20, als man von RB Salzburg 0:5 aus dem Klagenfurter Stadion geschossen wurde.
2019 startete man in Lustenau eine Kooperation mit der CSC-Gruppe von Ahmet Schäfer. Der Schweizer ist auch Eigentümer des französischen Erstligisten Clermont Foot, wodurch hochkarätige Leihspieler - wie Muhammed Cham - ins Ländle kamen und die Austria in der vorigen Saison nach 22 langen Jahren in die Bundesliga zurückschossen. Dort will man nun länger bleiben und gemeinsam mit Altach einen neuen Fußballboom im Westen auslösen.
„Krone“-Prognose: Klassenerhalt wird nicht leicht
Der Weg ist das Ziel bei Aufsteiger Austria Lustenau. Gespickt mit jungen, hungrigen Spielern, wird das Team von Coach Markus Mader Zeit brauchen, um sich bei den „Großen“ zurechtzufinden. Aber nicht nur an Erfahrung fehlt es den Grün-Weißen derzeit, sondern auch noch an Quantität im Kader - drei Spieler sollen noch kommen, zumindest einer davon sollte regelmäßig Tore machen. Weder Neo-Stürmer Anthony Schmid noch seine Offensivkollegen konnten in den Testspielen überzeugen.
Unter Wert soll der Aufsteiger aber nicht verkauft werden. Falls Sportkoordinator Alexander Schneider noch die „richtigen“ Verstärkungen findet und es Coach Mader gelingt, seine Mannschaft rasch zu einer Einheit zu formen, kann sich auch in Lustenau viel bewegen. So geschah es in der vergangenen Saison, wenn auch eine Liga tiefer. Fazit: Das einzige Ziel ist der Klassenerhalt. Das wird in der aktuellen Konstellation nicht leicht. In den ersten Runden wird Lustenau wohl Lehrgeld bezahlen müssen.









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