Gestörte Lieferketten, deutlich gestiegene Rohstoffkosten und lange Lieferzeiten stellten die Plansee Group im vergangenen Geschäftsjahr vor große Herausforderungen. Doch die starke Konjunktur, interne Verbesserungsmaßnahmen und die Vollkonsolidierung der Hartmetalltochter Ceratizit führten die Tiroler Unternehmensgruppe zu einem neuen Umsatzrekord.
Es sind Größenordnungen, die in der Tiroler Wirtschaft Seltenheitswert haben: Die Plansee Group – vormals Metallwerk Plansee – präsentierte am Donnerstag die beeindruckenden Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres, dem Jahr eins nach dem 100-Jahr-Jubiläum. Vorab: Der Umsatz konnte auf den Rekordwert von unglaublichen 2,02 Milliarden Euro gesteigert werden. An der Spitze steht die Autobranche.
„Lieferkettenprobleme und der Ukrainekrieg sind Kraftakt“
Von der erfolgreichen Bewältigung des ersten Corona-Jahres offenbar gestählt, musste man sich weiteren „Störungen“ stellen. „Erst die Pandemie, dann Lieferkettenprobleme, jetzt der Ukrainekrieg. Diese Herausforderungen waren und sind ein Kraftakt für unsere Mitarbeiter und Führungskräfte“, führte Vorstandssprecher Karlheinz Wex aus. Mit der letztjährigen 100-Prozent-Übernahme der Tochter Ceratizit habe man die Wolframpulverfertigung des auf Produkten aus den Werkstoffen Molybdän und Wolfram spezialisierten Unternehmens völlig neu geordnet. Sie basiere zunehmend auf Recycling. Diese ressourcenschonende Methode soll auf 70 Prozent ausgebaut werden. Insgesamt wurden 154 Mio. Euro investiert, davon flossen 62 Mio. in den Standort Breitenwang/Reutte.
Mit Technologiewechsel raus aus dem Erdgas
Mit einer Nachhaltigkeitsstrategie will die Plansee Group mit über 13.500 Mitarbeitern weltweit dem Thema Klimaschutz verstärkt Rechnung tragen, ein Technologiewechsel ist bereits eingeläutet. Vorstandsmitglied Wolfgang Köck: „Seit 20 Jahren wird bei uns Wasserstoff aus Erdgas erzeugt. Das dringend benötigte Prozessgas soll künftig durch Elektrolyse mittels grünem Strom gewonnen werden.“ Das umweltrelevante Ziel sei es, den CO2-Fußabdruck der gesamten Gruppe in drei bis fünf Jahren um bis zu 60 Prozent zu senken.
Nicht gesenkt wird das Haupt trotz der unsicheren Weltwirtschaftslage, im Gegenteil: „Unsere Werke haben in den nächsten drei Monaten eine gute Auslastung“, sagt Wex, „eine Prognose auf einen längeren Zeitraum wäre unseriös.“ Es gebe zu viele Unsicherheitsfaktoren. Ein längerer Gaslieferstopp beispielsweise – man hängt am deutschen Netz – hätte fatale Auswirkungen. Teilabschaltungen wären die Folge. Aber man gibt sich optimistisch und stolz auf die Belegschaft. Acht von zehn Führungspositionen sollen dem eigenen Mitarbeiterstamm entwachsen, so ein Unternehmensziel von vielen.














Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).