03.07.2022 10:55 |

Ach, übrigens...

Schulhof-Transfers: eine Zwischenbilanz

„Krone Vorarlberg“-Kolumnist Harald Petermichl wirft in der aktuellen Ausgabe seiner Rubrik „Ach, übrigens...“ einen Blick auf die weltweiten Transferaktivitäten. Von Amerikanische-Samoa bis den zu den - auch beim britischen Thronfolger Prinz Charles - beliebten Isles of Scilly...

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Amerikanisch-Samoa, das bis heute den Rekord der höchsten Niederlage eines Fußball-Nationalteams innehat, weil man 2001 in einem Qualifikationsspiel mit 0:31 gegen die Socceroos aus Australien verlor, schließt das Transferfenster bereits am kommenden Freitag, während man in Kambodscha noch zwei weitere Wochen Zeit hat, um die eine oder andere Spielerverpflichtung vorzunehmen. Die großen europäischen Verbände haben sich, um nicht in Zeitdruck zu geraten, Ende August als Deadline gesetzt; bis dahin muss das Spielermaterial endgültig über die Ladenbudel geschoben sein. Aber auch jetzt ist schon ordentlich was los auf dem Markt und somit Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Das größte Schnäppchen in der aktuellen Transferliste ist derzeit Dariusz Pawlowski, der für 10.000 Euro innerhalb der polnischen Ekstraklasa von KS Górnik Zabrze zu Radomiak Radom wechselt. Auf dem Schnapsplatz 444 findet sich Rasheed Akanbi, dessen Dienste sich der transnistrische FC Sheriff Tiraspol für 68.000 Euro gesichert hat und eine Million kostet dann bereits Eduard Löwen, der die Schnauze voll hatte, dauernd irgendwohin verliehen zu werden und daher von Bochum zum St. Louis City SC wechselt, wo mit Lutz Pfannenstiel der weltweit erste Kicker tätig ist, der in allen sechs Kontinentalverbänden einem professionellen Fußballclub angehört hat. Ganz vorne wird es eher langweilig, weil die marktführenden Vereine, seien sie nun im Besitz von Scheichs oder auch nicht, mit den Millionen um sich werfen, als gäbe es kein Morgen. Und so wird der derzeit höchstpreisige Spieler in der Transferliste, Aurélien Tchouameni, der die AS Monaco für 80 Millionen in Richtung Madrid verlässt, diesen Rang vermutlich nicht mehr lange behalten.

Schon verrückt, wie simpel und unaufgeregt doch dagegen das Transfergeschehen auf den westlich von Land’s End am Eingang zum Ärmelkanal gelegenen Isles of Scilly ist. Dort gibt es auf der Hauptinsel St. Mary’s mit den Garrison Gunners und den Woolpack Wanderers zwei Clubs, die für 1.723 Insulaner:innen in 16 Aufeinandertreffen die Meisterschaft der kleinsten Liga der Welt ausspielen. Mit den leidigen Transfers geht das äußerst kostengünstig über die Bühne, indem die beiden Mannschaftskapitäne vor Beginn der Saison, die von Mitte November bis Ende März geht, einfach ihre Wunschspieler auswählen, so wie früher auf dem Schulhof. Das sei hier aber nur am Rande erwähnt, um nicht bei Teilen der geneigten Leser:innenschaft posttraumatische Belastungsstörungen hervorzurufen.

Harald Petermichl
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