22.07.2011 09:33 |

Beinahe-Katastrophe

Steirer wollte Tankstelle sprengen - mit Mut verhindert

"Ich bin nicht zum Umbringen", lacht Gertrude Wolf, die im steirischen Köflach die A1-Tankstelle leitet und es am Mittwoch mit einem Mitbürger zu tun bekam, der ihren Arbeitsplatz sprengen wollte. Der Mann hatte zwischen den Zapfsäulen Benzin verschüttet und es mit der Absicht angezündet, alles in die Luft zu jagen. Die Steirerin und ein Passant sahen sich mit meterhohen Flammen konfrontiert, zeigten aber keine Angst und erstickten das Feuer. Zu einer Explosion und damit einer Katastrophe kam es damit nicht.

Gegen 16 Uhr füllte ein Weststeirer, den die 51-jährige Gertrude Wolf vom Sehen her kennt, einen weißen Kanister mit Benzin: "Doch dann ist der Kanister übergangen. Ich bin raus und hab' den Kunden gefragt, was er da für einen Blödsinn macht. Er hat nicht aufgehört und geschrien: 'Ruf die Polizei, jetzt spreng' ich die Tankstelle in die Luft!'" Der 51-Jährige machte Ernst: "Er hat mit dem Zapfhahn erst in meine Richtung, danach auf den Boden gespritzt. Und schließlich eine schätzungsweise 15 Meter lange Benzinspur mit einem Feuerzeug angezündet."

"Gemeinsam haben wir den Brand löschen können"
Die Weststeirerin sah sich mit einer drei Meter hohen Flammenwand konfrontiert, auch der Schlauch zum Befüllen von Mopedtanks hatte Feuer gefangen. Doch sie behielt eiserne Nerven: "Ich habe einen Feuerlöscher aktiviert und Unterstützung von einem leider Unbekannten bekommen, der von der Firma nebenan alles beobachtet hatte. Gemeinsam haben wir den Brand löschen können." Der Verursacher war zu diesem Zeitpunkt bereits über alle Berge. Viele Bekannte gratulierten der Frau. Dass sie mental stark ist, weiß sie: "Auch mein Arzt hat's mir bestätigt."

Verdächtiger hatte nur "Lust auf Action"
Der Frühpensionist – er hatte leichte Brandverletzungen an den Beinen erlitten – wurde sieben Kilometer südöstlich in einem Lokal in Voitsberg gefasst und befindet sich seit Donnerstag in U-Haft. Bei seiner Einvernahme gab er an, sich nicht an alles erinnern zu können – nur, dass er mitten in den Flammen stand. Betrunken war er nicht, er hatte nur "Lust auf Action"…

Warum er sich danach einem Bekannten gegenüber äußerte, dass er jemand töten würde (ein Küchenmesser trug er bei sich), kann (oder will) er nicht erklären. Fest steht, dass der bislang unauffällige 51-Jährige wegen psychischer Probleme in Frühpension ging. Am Mittwoch, bevor er mit dem Taxi nach Köflach fuhr, um die Tankstelle in die Luft zu jagen, besuchte er noch das Grab seiner Eltern.

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