Vor einem Jahr hatte sich der Steirer nach einer Expedition auf den 8.611 Meter hohen K2 als Bezwinger des pakistanischen Achttausenders feiern lassen - nur um kurz nach seiner Rückkehr eingestehen zu müssen, dass er sich den Gipfelsturm nur "eingebildet" hatte.
"Er will das Kapitel endlich abschließen"
Nach diesem achten misslungenen Anstieg, mit dem sich der "Skyrunner" in der Öffentlichkeit und Teilen der Fachwelt diskreditierte, brach Stangl nun zum Anlauf Nummer neun auf. Der Alpinist hat bereits am 3. Juli die Reise von Wien über Islamabad zum Basislager angetreten, heißt es auf der Homepage des Steirers.
"Er will das gutmachen, was er im vorigen Jahr verbrochen hat", erklärte Stangls Sprecher Willi Pichler. Den vierten Sommer in Folge und nach insgesamt sieben Versuchen - den achten habe er 2010 ja schlussendlich nur "vorgegaukelt" - wolle Stangl auf dem Gipfel stehen "und diesmal das Kapitel endlich abschließen".
Videodokumentation soll Aufstieg beweisen
Vorerst werde er dabei von einem durch seinen Hauptsponsor, einem Spezialisten für Outdoorbekleidung, gestellten Kameramann begleitet. "Auf den Berg selbst wird der ihn aber nicht begleiten können. Es gibt nur ganz wenige Kameramänner, die das können", schränkte Pichler ein. Den Aufstieg werde der Steirer selbst so umfassend wie möglich dokumentieren.
Physisch habe sich Stangl nicht anders vorbereitet als bei den anderen Versuchen. "Psychisch hat er sich stabilisieren müssen, nachdem ihn vor einem Jahr der Teufel geritten hat", sagte Willi Pichler. "Ich habe mir Bilder aufgebaut, wo ich mich selbst bereits am Ziel gesehen habe", hatte der Steirer damals zugegeben, nachdem klar geworden war, dass sein "Gipfelfoto" eben nicht am höchsten Punkt des zweithöchsten Berges entstanden sein konnte, und von Existenz- und Versagensängsten gesprochen.
Stangl macht keine PR während der Tour
Klimatisiert ist der Extremsportler bereits, hat er doch laut Angaben auf seiner Homepage am 20. Mai den Kangchendzönga erklommen, den mit 8.586 Metern dritthöchsten Berg der Erde zwischen Nepal und Indien. Das Zeitfenster für den K2 läuft bis 15. August, dann wird das Unterfangen wegen vieler Steinschläge zu gefährlich und die Erlaubnis verfällt. Offenbar plant Christian Stangl diesmal auch einen "leisen" Aufstieg: Er sei nicht über Satellitentelefon für die Medien erreichbar und "will sich auf sich konzentrieren", so Pichler.
Auch mit Karl Gabl, dem Innsbrucker ZAMG-Experten und "Wettermann" vieler Alpinisten, ist er bisher nicht in Verbindung. "Er hat mich nicht kontaktiert. Vielleicht schämt er sich. Ich habe ihm aber nie etwas vorgeworfen, weil ich den Druck verstanden habe, unter dem er im Vorjahr gestanden ist. Soweit ich weiß, hat er diesmal sogar eine Videokamera mit", sagte Gabl.
Auch Kaltenbrunner wagt neuen Versuch
Einen erneuten Versuch, den K2 zu bezwingen, hat vor Kurzem auch die Oberösterreicherin Gerlinde Kaltenbrunner begonnen. Virtuelle Unterstützung erfährt das Team dabei durch das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln - in dreidimensionaler Form. (siehe Infobox).
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