Erstes Urteil für Trio

Pamphlete-Schauer bei Regenbogenparade

Tausende Menschen schwangen bei der Vienna Pride ihre Regenbogenfahnen. Doch drei junge Männer nicht. Sie ließen Flugblätter auf die feiernden Teilnehmer regnen. Nun gibt es ein Urteil in dem Fall.

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Ihre Botschaft hatte jedoch recht wenig mit der Akzeptanz der Parade zutun: „Ein Mann bleibt ein Mann, eine Frau bleibt eine Frau. Eure Propaganda bleibt Abfall.“ Diese Worte rieselten unter anderen vom Rathaus, zu dem sich die Angeklagten über ein Baugerüst widerrechtlich Zutritt verschafft hatten. Schon im März musste sich das Trio wegen Verhetzung vor Richterin Daniela Zwangsleitner verantworten.

Richterin spricht von Grenzfall
Freispruch. Entschieden wird: Das Flugblatt hetzt nicht gegen Homosexuelle, sondern gegen die Stadt Wien - nicht fein, aber gerade noch als zulässige Kritik zu sehen. Besonders die „Verschwendung von Millionen an Steuergeld für Pride-Propaganda“ sind den Angeklagten nämlich ein Dorn im Auge. Die Richterin in der Urteilsbegründung: „Das ist ein bisschen ein Grenzfall. Die Worte waren ungeschickt gewählt.“

„Jeder wird so geboren und darf so sein, wie er ist“
Trotzdem ermahnt sie das Trio zum Nachdenken: „Jeder wird so geboren und darf so sein, wie er ist.“ Auch wenn der Vorfall vor dem Wiener Landesgericht strafrechtlich mit Freispruch endete, steht den Angeklagten noch ein Prozess im Bezirksgericht bevor - wegen Sachbeschädigung am Rathaus-Gerüst.

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