Notfälle vorgereiht

Linzer Uni-Klinik führt für Kinder die Triage ein

Das Wort „Triage“ ist in der Covid-Pandemie sehr negativ besetzt, ging es doch in Hochphasen dabei darum zu entscheiden, für wen sich ein Intensivbett noch „auszahlt“ und für wen nicht mehr. Trotzdem nennt die Linzer Universitätsklinik KUK da Reihungssystem, das sie jetzt in  ihrer Kinder-Notfallambulanz einführt, „Manchester Triage System“, kurz, MTS, weil das eben der standardisierte Begriff für diese Reihung nach Dringlichkeit ist. „Es geht darum, auch bei Kindern die Ersteinschätzung zu standardisieren und die Versorgung noch besser auf die Dringlichkeit abzustimmen“, heißt es vom MedCampus IV in Linz.

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Es geht, kurz gesagt, um Reihung nach Schwere der Erkrankung nicht nach zeitlichem Eintreffen, wie aus dem KUK erläutert wird: „Das MTS bietet eine objektive und einfache Einordnung des Schweregrades von internistischen und chirurgischen/traumatologischen Erkrankungen. Ausgehend von Beschwerdebildern führen diplomierte Pflegekräfte eine strukturierte Einschätzung durch, wie dringlich die Versorgung/Behandlung der jungen PatientInnen ist. Es erlaubt daher den ÄrztInnen sich um die dringlichsten PatientInnen zuerst zu kümmern.“

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"Das Aufsuchen einer Notfallambulanz stellt für Kinder und deren Angehörige oft eine belastende Situation dar. Die Ersteinschätzung nach dem Manchester Triage System bietet die Sicherheit beim Erstkontakt zuverlässig und schnell, die Behandlungsdringlichkeit eines jeden Patienten, anhand der geschilderten Beschwerden einzuschätzen. Diese standardisierte und systematische Ersteinschätzung wird von speziell dafür geschulten diplomierten Pflegekräften durchgeführt und sie garantiert, dass schwer kranke Kinder immer prioritär behandelt werden."

Martina Tanzler, Pflegebereichsleitung am Kepler Universitätsklinikum

Zeitliche Reihenfolge zählt nicht
Das 5-stufige System unterscheidet bei der Dringlichkeit der Behandlung zwischen den Stufen Sofort, Sehr dringend, Dringend, Normal und Nicht dringend. Jeder dieser Stufen sind Zeitfenster zugeordnet, innerhalb derer ein Kontakt mit einem Arzt/einer Ärztin angestrebt wird. Für PatientInnen und deren Angehörige heißt das, dass sie nicht auf Grund ihres zeitlichen Eintreffens in der Notaufnahme gereiht werden, sondern entsprechend der Behandlungsdringlichkeit, was auch ein gewisses Verständnis der Eltern erfordert.

Objektives und nachvollziehbares System
Dr. Anton Tan, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, der das System schon aus seiner Tätigkeit in Manchester kennt, schildert die Vorteile wie folgt: „Durch die Standardisierung kommen alle MitarbeiterInnen bei der Einschätzung der Dringlichkeit zu einem vergleichbaren Ergebnis. Das System ist objektiv und nachvollziehbar und es kann dadurch garantiert werden, dass kritisch kranke PatientInnen mit schweren Erkrankungen bzw. Verletzungen zuerst begutachtet werden.“

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