12.05.2022 13:00 |

Restrisiko bleibt

Pläne für Großache neu konzipiert: Kössen wartet

Neun Jahre sind vergangen, seit halb Kössen in den Fluten der Großache unterging und schwere Schäden auch in anderen Gemeinden entstanden. Im Ortsgebiet wurden danach 17 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, doch Retentionsräume oberhalb von Kössen gibt es bis heute nicht. Die Pläne dafür wurden nun neu konzipiert.

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Ungewöhnlich rasch fuhren nach der Katastrophe die Bagger auf und im Mai 2017 wurde die Vollendung des Hochwasserschutz im Ort gefeiert. Der Haken: Der Schutz reicht „nur“ für ein 100-jährliches Hochwasser und im Hintergrund schwebt der Klimawandel mit womöglich häufigerem Starkregen. Jahrelang wurde daher über 250 Hektar umfassende Retentionsräume im Hagertal oberhalb von Kössen debattiert. Dort sollte im Ernstfall Wasser „geparkt“ werden.

Großprojekt Hagertal nach Endlosdebatte versickert
Das Großprojekt und die Koordination mit 35 Grundeigentümern der Großachen Genossenschaft kam aber nie recht voran. „Die Millionenhilfe für Kössen hat nichts genützt, wenn wir erneut absaufen. Wenn es länger regnet, gehen die Leute nachts zur Ache und schauen besorgt nach dem Pegel“, warnte die Bürgerinitiative Hochwasserschutz schon 2015. Da waren die Leute gerade in ihre renovierten Häuser eingezogen.

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Am vergangenen Freitag präsentierte uns das Land sieben Möglichkeiten für den Hochwasserschutz an der Großache, eine Variante wird klar favorisiert.

Adam Aigner und Thomas Kirchmaier

Großachen Genossenschaft zur Zukunft
Spannung daher vor dem Pressetermin der Großachen Genossenschaft am Mittwoch: Der neue Obmann Adam Aigner und Geschäftsführer Thomas Kirchmaier wollten erstmals über Zukunftspläne sprechen und überraschten mit einer Kehrtwende: „Am vergangenen Freitag präsentierte uns das Land sieben Möglichkeiten für den Hochwasserschutz an der Großache, eine Variante wird klar favorisiert.“

Neustart: Nun Projekte in mehreren Orten geplant
Auf „Krone-Anfrage“ bestätigte dies Lukas Kraßnitzer von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Konkret geplant seien nun künstliche Überflutungsflächen in Oberndorf, St. Johann (Fieberbrunner Ache) und in Kirchdorf. Im Hagertal nur am Taleingang (nahe des Klärwerks Kirchdorf). „Lineare Maßnahmen, das heißt Dämme und Mauern, ergänzen diese Retentionsräume“, präzisiert Kraßnitzer. Nun werde die Bestvariante „vertieft“ - im Klartext: Es kann Jahre dauern.

„Das dauert wieder Jahre“
Das befürchtet angesichts der Änderung auch die Bürgerinitiative: „Noch im Oktober war von den neuen Plänen keine Rede“, sagen Johann Himberger und Josef Obinger beim Lokalaugenschein an der Ache. Die beiden Kössener orten zwar ein gewisses Sicherheitsgefühl bei den ehemaligen Flutopfern - „doch die 1,6 Millionen Kubikmeter, die 2013 aus dem Flussbett traten, hätten auch heute dort nicht Platz, die Zeit drängt daher“.

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