Anfrage der Grünen

Politisches Nachspiel für Großbrand in Allentsteig

Einen Monat nach dem verheerenden Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz in Allentsteig (Niederösterreich) ist die Causa nun ein Fall fürs Parlament. In einer offiziellen Anfrage an Verteidigungsministerin Klaudia Tanner fordert der Grünen-Nationalrat Martin Litschauer aus dem Waldviertel nicht weniger als 26 Antworten ein.

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Wie berichtet, hatte eine Sprenggranate Ende März einen Großbrand in Allentsteig ausgelöst. Während es Zivilisten in der Region aufgrund der Trockenheit behördlich untersagt war, mit Feuer im Wald zu hantieren, lud das heimische Heer die Kameraden aus Deutschland zum Scharfschießen mit der Artillerie.

Tagelange Löscharbeiten
Zunächst kleingeredet, entwickelte sich der Flurbrand rasch zum Flammenmeer, knapp 250 Freiwillige von zwei Dutzend Feuerwehren aus der Region standen tagelang im Einsatz. Und brachten danach wenig Verständnis für die Streitkräfte auf. Auch die Grünen stellten auf allen politischen Ebenen sich mit Kritik am Bundesheer ein.

Litschauer will nun etwa wissen, wie groß die zerstörte Fläche genau war, und ob auch Natura-2000-Schutzflächen – sie machen knapp 70 Prozent des Areals aus – betroffen waren. Die Auswirkungen aufs Ökosystem seien ebenfalls zu klären. „Niemand weiß genau, wie oft es in Allentsteig eigentlich zu solchen Zwischenfällen kommt“, so Litschauer.

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Schon 2015 stellte der Rechnungshof Sicherheitsdefizite beim Brandschutz fest. Laut Auskunft der Militärs hatte man vor dem Scharfschießen im März strengste Schutzmaßnahmen gesetzt – allerdings weiß bislang niemand, wie diese ausgesehen haben sollen!

Martin Litschauer, Nationalrat der Grünen

In der Kritik steht das Heer auch, weil auf dem Truppenübungsplatz unzählige Blindgänger im Boden lauern, die eine Gefahr für zivile Feuerwehrleute darstellen. Doch die dringendste Frage bleibt wohl: „Wie können durch Schießübungen verursachte Waldbrände künftig verhindert werden?“

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