Ein Bewohner der Gastarbeiterherberge "Brandauerhof" hatte vor inzwischen fast neun Jahren die grauenvolle Entdeckung gemacht: "Überall war Blut. An der Wand, auf dem Boden, am ganzen Gang", erzählte der Kroate damals der Polizei.
Er war den Spuren gefolgt und hatte die Leiche seiner Vermieterin Aloisia F. gefunden. Sie lag im Gemeinschaftsbad, mit dem Kopf nach unten in einer Blutlache. Getötet mit einer 70 Zentimeter langen "Spurstange" - sie verbindet bei einem Fahrzeug das Lenkrad mit den Rädern. Und das nach ihrem Geburtstagsfest, das sie noch mit Freunden gefeiert hatte.
Alle 54 Bewohner des Fremdenheims waren damals von der Kriminalpolizei vernommen worden. Doch es gab keinen Treffer. Auch nicht zu den gefundenen DNA-Spuren. Bis die Ermittler auf einen Bulgaren stießen, der nach der grausamen Bluttat fluchtartig in seine Heimat gereist war.
Alte Turnschuhe führten zum Verdächtigen
Bei dem 42-Jährigen konnten noch nach all den Jahren alte Turnschuhe sichergestellt werden. Turnschuhe mit dem Blut einer weiblichen Person. Und der Schuhabdruck passt exakt zu jenem, der auf der Strumpfhose des Mordopfers gefunden worden war. Seine DNA soll außerdem überall in der Wohnung der Ermordeten gewesen sein.
Doch die bulgarischen Behörden weigerten sich lange Zeit, den Verdächtigen, der seit dem Mord in seinem Geburtsort lebte, auszuliefern - bis zum vergangenen Freitag. Plötzlich die Kehrtwende. In den kommenden Wochen soll der Hilfsarbeiter nun endlich nach Graz überstellt werden.
Ermordete galt als vermögend
Die Polizei geht von einem akribisch geplanten Raubmord aus, da außer 150 Euro in der Brieftasche, die unter der Toten lag, kein Cent im Haus gefunden wurde. Doch die 69-Jährige, die nie verheiratet war, galt als vermögend. Sie besaß mehrere Immobilien in Graz und im Umland. Und nannte ein Haus auf Teneriffa ihr Eigen. Für die Tochter ihrer spanischen Haushälterin hatte sie in Seiersberg sogar einen Rohbau hinstellen lassen.
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