Sa, 22. September 2018

Keine Hilfe

28.05.2011 17:54

Hochschwangere Soldatin stand ohne Versicherung da

Hochschwanger, ohne Anspruch auf Wochengeld und ohne Versicherungsschutz - bis vor drei Tagen war die Existenz der 30-jährigen Berufssoldatin Katharina Böhm schwerstens bedroht: Weil der Geburtstermin ihres Kindes ein paar Wochen "zu früh oder zu spät" liegt, wäre sie in eine Gesetzeslücke für Militärpersonen auf Zeit gefallen. Doch auf Vermittlung der "Tiroler Krone" konnte mit dem Bundesheer eine Lösung gefunden werden.

Die Berufssoldatin Katharina Böhm wurde im Herbst schwanger. Schon in der achten Woche - im Dezember - meldete sie dies ihrem Vorgesetzten beim Heer. So weit, so gut. Doch als sie mit den Formalitäten wie Mutterschutz, Wochengeld, Versicherung etc. konfrontiert war, stieß sie auf erschreckende Fakten: Weil ihr Geburtstermin erst nach Auslaufen des 3-Jahres-Vertrages als Militärperson auf Zeit sein wird, dies aber in die Zeit des Mutterschutzes fällt, stünde sie im letzten Schwangerschaftsmonat ohne Wochengeld und ohne Versicherungsschutz da. Eine Hiobsbotschaft!

Sie lief buchstäblich von Pontius zu Pilatus, doch alle sagten ihr, man könne nichts machen: Die Bundesversicherungsanstalt verwies auf das Gesetz (eine weitere Versicherung ist nicht möglich, Anm.), beim Heer konnte man ihr nur wieder einen 3-Jahres-Vertrag anbieten. Die Frau plante aber schon seit Langem, nach Abdienen ihres Vertrags in einen Zivilberuf zu gehen. "Sieben Jahre Bundesheer waren genug", erklärt Böhm. Würde sie den Vertrag annehmen und nach ihrer Karenzierung kündigen, müsste sie auf ihre Abfertigung (drei Monatsgehälter) verzichten.

Gesetzeslücke für Frauen im Heer
Böhm erkundigte sich auch beim AMS. Doch auch dem Arbeitsmarktservice waren gesetzlich die Hände gebunden: Frauen im Mutterschutz haben ein Berufsverbot. Das AMS darf aber nur Menschen betreuen, die auf Arbeitssuche sind. Die Soldatin versuchte es schließlich auch erfolglos beim Volksanwalt, bevor sie sich schließlich bei der "Krone" meldete. Im Zuge der Recherchen wurde aufgedeckt: Es besteht eine Gesetzeslücke für Frauen im Heer. Und Frau Böhm ist bereits der zweite Fall in Österreich.

Das Bundesheer suchte auf "Krone"-Anfrage nach einer Lösung für Frau Böhm, die Heeressprecher Oberst Michael Bauer 24 Stunden später vorlegte: "Frau Böhm erhält eine Verlängerung und wird nach einem Jahr gekündigt. So verliert sie weder ihre Abfertigung noch steht sie als Hochschwangere ohne irgendeine Versicherung da." Zudem versprach er: "Diese Gesetzeslücke wird bald geschlossen!"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.