08.03.2022 21:00 |

Nur für Superreiche

Mit Oligarchen-Tricks zur Millionen-Villa am See

Wer möchte nicht in einer Habsburger Villa am Wolfgangsee wohnen oder von einem Waldschloss aus in das Blau des Attersees hüpfen? Utopisch für fast alle. Nicht aber für so manche Oligarchen, die dank rechtlicher Tricks Eigentümerverhältnisse verdecken. Die „Krone“ war auf Lokalaugenschein in den Nobel-Vierteln.
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Das Gut Schwarzenbach in St. Wolfgang. Ein 953-Quadratmeter-Palast mit 13 Zimmern, Wellnessbereich und 135 Quadratmetern Ufergrund am Wolfgangsee. Drei Meter hohe Mauern und ein Stahltor trüben die Sicht. Bis 1930 war es Heimat einer deutschen Adelsfamilie, danach im Besitz einer einstigen Habsburger Grafen-Familie. Jetzt gehört es aber laut „Krone“-Recherchen einer zypriotischen Firma mit dem Namen Anabola Investments Ltd mit Sitz in Limassol – eine Adresse, an der offenbar Dutzende weitere Unternehmen gemeldet sind, womöglich Briefkastenfirmen. Bei der Recherche tauchten Verbindungen zu Russen auf, unter anderem zu einer Führungsperson einer staatlichen russischen Bank.

Wem das Anwesen aber wirklich gehört, ist schwer eruierbar. Selbst Franz Eisl, Bürgermeister in St. Wolfgang, schüttelt den Kopf: „Wir sehen auch nur die zypriotische Firma als Besitzer.“ Von den Leuten im Ort will keiner den Besitzer kennen oder gesehen haben.

Zum Verkauf steht die sanierte Villa seit 2021. Makler wechselten öfter. Angeboten wird sie zurzeit von einem Wiener Luxus-Immobilienbüro, das Objekte auch auf Russisch anbietet. Der Besitzer wird nicht genannt, ebenso wenig der Kaufpreis. Andere Makler offerierten um 44 Millionen Euro.

Will der reiche Russe das Waldschlössl los werden?
Dagegen war das Waldschlössl in der St. Gilgener Millionärsecke Burgau ein Schnäppchen: Igor Schuwalow, sanktionierter Putin-Freund, soll 2006 dafür sechs Millionen Euro hingelegt haben. Nicht er persönlich, es ging alles über eine Liechtensteiner Stiftung. Überhaupt soll eine Gruppe von Russen beteiligt gewesen sein. Jedenfalls ging es über ein Firmen-Konstrukt.

Fraglich ist nun, ob der auf der Sanktionsliste stehende Schuwalow das Haus verliert. Denn laut Justizministerium werden bei den 600 sanktionierten Russen und Unternehmen die „Vermögenswerte, die im Grund- oder Firmenbuch ersichtlich sind, eingefroren.“ Oder wird das Waldschlössl bald schon verkauft? Am Dienstag stand dort schon ein Umzugs-Lieferwagen.

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