Aus Stadion gesperrt

Gratkorn-Boss verpasst eigener Truppe Hausverbot

Steiermark
23.05.2011 12:16
Vor dem wahrscheinlich wichtigsten Match der Klubgeschichte geht es beim Fußball-Erstligisten Gratkorn ordentlich rund. Nach dem peinlichen Auftritt gegen Grödig (1:3) erteilte Klub-Boss Josef Schenkirsch seinen Kickern ein Hausverbot - das Stadion war fürs Sonntagstraining gesperrt. Trainer Paul Steiner (rechts im Bild) musste mit seiner Truppe nach Andritz auswandern.

Pfiffe des Publikums, Straftraining, im schlimmsten Fall vielleicht sogar eine Geldstrafe - alles Dinge, die einem Fußball-Profi nach einer suboptimalen Leistung blühen können. Der Gratkorner Präsident hat jetzt aber eine ganz neue Art der Bestrafung gefunden - er schmiss Tesevic & Co. nach dem Debakel gegen Grödig kurzerhand aus dem Stadion.

Der Abstieg ist für Schenkirsch beschlossene Sache, da hilft auch kein Training mehr. "Irgendwie kann ich seine Enttäuschung über das Auftreten der Mannschaft verstehen - außerdem hätten wir ja ohnehin auf Naturrasen trainiert", nahm zumindest FCG-Coach Paul Steiner das "Hausverbot" gefasst auf. Gemeinsam mit "Co" Georges Panagiotopoulos ging er danach auf Herbergsuche - fündig wurde das Duo letztlich etwas weiter südlich in Andritz. Selbstverständlich mussten die Spieler dafür ins eigene Börsel greifen.

"Ich will, dass die Mannschaft endlich Eier zeigt"
Freilich, ein optimale Vorbereitung auf das "Finale" (Dienstag, 18.30 Uhr) in Wolfsberg sieht ganz anders aus. "Aber Ausreden gibt's keine mehr. Ich will, dass die Mannschaft endlich Eier zeigt. Wenn wir uns schon verabschieden, dann mit einer ordentlichen Leistung", hofft Steiner im Lavanttal auf eine komplette Kehrtwendung seiner Truppe. Bleibt abzuwarten, ob seine Wünsche auch erhört werden.

Mit einer nicht mehr voll motivierten Kärntner Mannschaft brauchen die Gratkorner jedenfalls nicht zu spekulieren. Trainer Nenad Bjelica war auf seine Truppe nach dem bitteren 2:6 in St. Pölten jedenfalls mächtig sauer, fordert Wiedergutmachung.

Hartberg plant mit Friesenbichler
Während es für die Gratkorner also noch einmal um alles geht, blickt der zweite steirische Erstligist Hartberg dem Saison-Ausklang in Grödig entspannter entgegen. "Und mittlerweile sollten auch alle wieder fit sein", spielt TSV-Manager Kurt Riedl auf die Feierlichkeiten nach dem Klassenerhalt an. Jetzt laufen natürlich die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren - ganz oben auf der Liste steht da die Verlängerung von Trainer Bruno Friesenbichler.

Bild: Ricardo

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