Personen geschmuggelt

NÖ-Fahnder haben Schleppermafia weiter im Visier

Viel zu tun gab es im vergangenen Jahr für die Ermittler in Sachen organisierte Schlepperei. 1137 Delikte wurden 2021 zwischen Enns und Leitha gezählt, die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein. Aktuell geriet auch eine rumänisch-moldawische Gruppe ins Visier der Polizei, fast vierzig Personen sind schon in Haft.
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Mit einem Plus von 57 Prozent ist die Schlepperei ein veritables Problem in der heimischen Kriminalstatistik. Die Aufklärungsquote (6,1 Prozent) ist niedrig und die Fälle sind mehr als kompliziert. Immerhin landen viele Schlepper vorrangig im Burgenland und verschwinden dann meist mit ihren illegalen Beifahrern in windigen Hotels in Wien. Die Strecke für den Zugriff wird also minimiert, heißt es. Trotzdem behält man in der verzwickten Lage, so gut es geht, den Überblick. Neben den großen Schlepperorganisationen für syrische Flüchtlinge geriet vor kurzem auch ein rumänisch-moldawischer Schlepperring ins Visier.

Illegale Schlepperfahrten bringen Gewinne 
Oberst Klaus Preining vom Landeskriminalamt erklärt die Hintergründe: Die großteils moldawischen Fahrer werden über soziale Medien angeheuert, bekommen dann Mobiltelefone und Fahrzeuge zur Verfügung gestellt und schleppen ihre Kunden von der serbischen Grenze nach Österreich." Bei den einzelnen Fuhren werden zwischen zehn und 15 Personen in Großraum-Pkws - diese sind zwecks Tarnung mittels Verstärkungen an Radaufhängungen und Stoßdämpfern modifiziert - unauffällig ins Land gebracht.

39 Personen verhaftet
39 Personen der Bande konnten bereits verhaftet werden. Der Großteil davon sind die Fahrer, doch es gelang auch drei Hintermänner aus der Organisationsebene zu schnappen. Laut ersten Ermittlungen dürften über diesen Kreis 10.000 Personen ins Land gelangt sein, 5000 bis 6000 direkt nach NÖ. „Die Gruppe steht kurz vor der Zerschlagung“, so Preining höchst optimistisch.

Die Chefs der Bande haben wohl bislang bereits fette Gewinne eingestrichen. Pro Kopf sollen Tausende Euros abkassiert worden sein. Auch in den nächsten Monaten geht man von einem Zuwachs den Schlepperfahrten aus. Zielgebiet Nummer eins dürfte zwar das Burgenland bleiben, doch die Routen der Kriminellen führen dann natürlich weiterhin durch NÖ. Der jüngste Fall von Schlepperei flog am Grenzübergang Nickelsdorf auf. Dienstagfrüh wurden drei Migranten in einer Lkw-Schlafkabine entdeckt. Der rumänische Chauffeur wurde festgenommen.

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