Mo, 18. Juni 2018

Einreiseverbot

16.05.2011 09:32

Fehlendes Papier: Hilfsaktion endet an Grenze zu Bosnien

Ein dramatischer Hilferuf aus Bosnien-Herzegowina hat vor wenigen Tagen die Arche Noah in Graz erreicht: In einem Auffanglager für 500 herrenlose Hunde sei eine katastrophale Staupe-Epidemie ausgebrochen, man wisse sich dort nicht mehr zu helfen. Ein steirisches Hilfsteam fuhr sofort los - durfte aber dann nicht einreisen...

Als der (offizielle) Hilferuf des Amtstierarztes aus dem bosnischen Tuzla die Arche Noah in Graz erreichte, "war es für uns keine Frage, dass wir da unbedingt helfen müssen", sagt Obmann Herbert Oster. "Wir haben nämlich Bilder von toten Hunden gesehen, die mit der Scheibtruhe aus dem Auffanglager gekarrt wurden, auch solche mit blutigen Gesichtern von Tieren, die sich vor Schmerzen gewälzt haben. Furchtbar."

Der Leiter der Veterinärklinik, Stefan Moser (links im Bild), und sein Kollege Christian Carda (rechts im Bild) machten sich - in ihrer Freizeit - Samstag früh sofort auf den Weg. In einem Jeep vollgepackt mit raschest organisierten Medikamenten und mit allen möglichen Papieren versehen. "Wir hatten auch das Bittschreiben aus Bosnien mit", sagt Stefan Moser. Jedoch: 560 Kilometer und neun Anreisestunden später endete die Hilfsaktion - an der Grenze zu Bosnien.

Fünf Stunden lang verhandelt
Stefan Moser: "Es fehlte offenbar ein einziges Papier, das uns die dortigen Behörden nicht übermittelt hatten." Allen Ersuchen, allen Bitten zum Trotz ließ man das Team nicht passieren. Fünf Stunden lang dauerten die Verhandlungen! Moser kontaktierte schließlich die "Krone" und diese den steirischen Honorarkonsul Jörg Hofreiter, der sofort reagierte: "Ich habe mit dem Innen- und Außenministerium telefoniert und mit der Botschaft." Dennoch: Die Grenzwache blieb beinhart. Die Steirer mussten tatsächlich heimfahren! Moser: "Uns tun die Hunde schrecklich leid. Staupe ist etwas Grässliches - und wir hätten helfen können..."

von Christa Blümel, "Steirerkrone"
Bild: Ricardo

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