Wertvolles Baumharz

„Blut“ der Schwarzföhren erhält Pecher-Handwerk

Einst lebten ganze Familien von der Harz-Gewinnung. Heute ist die Pecherei ausgestorben. Oder doch nicht? In der Thermenregion gibt es Initiativen wie den Pecherpfad in Hölles sowie Enthusiasten, die das alte Handwerk in die Neuzeit retten. Florian Gruber vom Bregahof in Dreistetten ist einer von ihnen.
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Wenn man mit Florian Gruber eingehüllt in den wohligen Duft seiner Räucherkegel bei einem Kräutertee zusammensitzt, wird einem Einblick in alte Traditionen und Bräuche gewährt. Er und seine Frau Angelika sind von Kindesbeinen an mit Räucherwaren in Kontakt. „Wir haben bei Aufenthalten in Indien und Afrika während des Studiums der Kulturanthropologie immer traditionelle Bräuche kennengelernt. Das haben wir auch hier gesucht“, erzählt Florian Gruber. Bald sind es 15 Jahre, dass sich die beiden mit ihren Kindern am Fuße der Hohen Wand im südlichen Niederösterreich niedergelassen und ihren Bio-Bauernhof geschaffen haben.

Enthusiast lässt seltenen Beruf weiterleben
Und auch hier sind sie auf überliefertes Wissen gestoßen: Räuchern und das Pechen der Schwarzföhren sind hier seit jeher wichtig. Dieses Alte soll bewahrt werden, auf dem Bregahof stehen neben einem alten Pechbaum auch neue. Im Laufe der Zeit sind es 20 geworden. Wenn die Schwarzföhre „blutet“, liefert sie die Grundlage für die Räucherkegel vom Bregahof. Sie enthält reichlich wohlriechendes Harz. „Das Föhrenharz hat ganz viele Geruchskomponenten. Wenn es ganz frisch ist, riecht es zitronig. Nach 30 Jahren kann es schokoladig sein“, schildert Gruber. Dem alten Pecher-Handwerk hat er sich gewidmet, weil „ich wissen möchte, woher die Sachen kommen, die ich für unsere Räucherkegel verwende“.

Historisches Werkzeug als Geschenk
Über das Pechen fanden der ehemalige Projektmanager Gruber und der Pecher Gerhold Wöhrer, der heute noch am Pecherpfad in Hölles aktiv ist, zusammen. Groß war die Freude, als Wöhrer sein Pecherwerkzeug zum Jahreswechsel an Gruber überreichte. Dieses wurde seit über 100 Jahren in der Familie Wöhrer von einer Generation an die nächste weitergegeben. Zuletzt war es im Keller gelagert: „Bevor es dort verstaubt, ist es mir wichtig, dass es gezeigt und geschätzt wird“, so Gerhold Wöhrer (77). So wie sein kürzlich mit 102 Jahren verstorbener Vater gewann er selbst lange das Harz aus den Wäldern. Auch in seinem Garten hat er eine Schwarzföhre stehen. An dieser legte Jung-Pecher Florian Gruber gleich mit dem neuen alten Werkzeug selbst Hand an.

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