23.01.2022 08:00 |

Viele Probleme

So wurde das Kunsthaus zur Millionen-Blase

Viel Staub aufgewirbelt hat unser Bericht über das Kunsthaus Graz: Dass es nur neun Bewerber für die neue Leitung der Kultureinrichtung gibt, ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Besucherzahlen stagnieren, fast 90 Prozent des Budgets zahlt der Steuerzahler. Der Ruf nach breitenwirksameren Ausstellungen wird laut!

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„Steve McCurry in der Messehalle war für mich ein Kunst-Highlight, trotz des 15-Euro-Eintrittspreises. So etwas bekommt man nicht jeden Tag zu sehen“, kommentiert einer unserer Leser auf krone.at. „Ich habe gehofft, dass es zumindest einmal jährlich eine interessante Schau geben wird. Heute macht das Kunsthaus einen fast verlassenen Eindruck“, schreibt ein anderer zum gestrigen „Krone“-Artikel.

Die größten Fehler der Grazer Kulturinstitution
Die beiden sprechen das aus, was viele Kritiker längst bemängeln. Das Kunsthaus Graz habe viel zu viele „sperrige“ Ausstellungen, es fehle an „griffigen“ Titeln, die den Geschmack der breiten Bevölkerung treffen.

Eigentlich wissen die Verantwortlichen ja, wie es geht: Die Andy-Warhol-Schau in den Jahren 2009/10 war ein starkes Zugpferd, die bunten „Congo Stars“ lockten viele Steirer in die Murmetropole.

Ein weiterer Kritikpunkt: Das Kunsthaus sei zu sehr verschlossen, das zeitgemäßere Gebot der Stunde sei eine Öffnung für andere Veranstaltungen, wie es etwa das Kunsthistorische Museum in Wien vormache. Hier lädt man beispielsweise zum Frühstück oder Abendessen im Museum. Damit schafft man niederschwelligen Zugang - und es gelingt Kontakt mit Menschen, die sonst kaum Ausstellungsräume von innen sehen.

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Die neue Leitung des Kunsthauses wird jedenfalls an der Lösung all der Probleme zu messen sein – widrigenfalls bleibt das Grazer Prestigeprojekt ein Fass ohne Boden.

FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek

Es verwundert also kaum, dass es mit den Besucherzahlen sukzessive bergab geht, in einigen Jahren erreichte man nicht einmal die ohnehin schon nach unten geschraubte 60.000-Gäste-Marke. Eine Folge davon: Nur zwischen 10,6 und 13,4 Prozent der Aufwendungen werden selbst erwirtschaftet, das Kunsthaus wird mit Subventionen (88,2 Prozent!) am Leben erhalten.

Eine größere Auslastung des Hauses muss her
Der steirische FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek kritisiert nun diese „hohen Zuschüsse der öffentlichen Hand“ und fordert, „das künstlerische Angebot so weiterzuentwickeln, dass es endlich auch breite Teile der Bevölkerung und nicht nur einen elitären Zirkel“ anspricht. „Wenn man schon derart viel Steuergeld investiert, so muss unterm Strich auch eine entsprechende Auslastung stehen.“

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Die Ausstellungen der letzten Jahre waren zwar großartig, die Kommunikation der Inhalte ist der Kunsthaus-Leitung aber leider nicht immer überzeugend gelungen.

ÖVP-Kulturstadtrat Günter Riegler

Der Grazer ÖVP-Kulturstadtrat Günter Riegler will die neue Leitung „daran messen, ob es ihr gelingt, das Kunsthaus wieder in den Herzen der kulturell interessierten Grazer Bevölkerung zu positionieren“.

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