19.01.2022 10:21 |

Offenbar ungeimpft

Feldkircher Altbischof Fischer an Corona gestorben

Der emeritierte Feldkircher Bischof Elmar Fischer ist tot. Er starb nach Angaben seiner Diözese Mittwochfrüh im dortigen Landeskrankenhaus, wo er wegen einer schweren Covid-Erkrankung auf der Intensivstation behandelt wurde. Der 85-Jährige lebte zuletzt zurückgezogen in einer geistlichen Gemeinschaft im Bregenzerwald und dürfte gegen das Coronavirus nicht geimpft gewesen sein.

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Immer wieder hatte Alt-Bischof Elmar Fischer während seiner Amtszeit für Aufsehen und kontroversielle Diskussionen gesorgt. Groß war der Aufschrei etwa im Jahr 2009 als der Vorarlberger Oberhirte Homosexualität zunächst für „heilbar“ erklärte. Einen Tag später sah er sich allerdings genötigt, diese Aussage zu revidieren. Gut in Erinnerung ist auch eine Pressekonferenz aus dem Jahr 2010 als Fischer Stellung zu den Gewalttaten nahm, die sich zwischen den 1960er und 1970er Jahren in der Diözese ereignet haben sollen. Der Kirchenmann bat um Entschuldigung, wo diese angebracht war und nahm souverän zu kritischen Fragen Stellung. Nur zuletzt rutschte ihm dann doch noch der Sager von der „gesunden Watschn“ heraus, die noch niemanden geschadet habe

Die Herzen der durchaus kirchenkritischen Bevölkerung wollten dem 1936 in Feldkirch geborenen Geistlichen nie wirklich zufliegen. Dem eher konservative Fischer gelang es selten, den Geist der Zeit zu treffen und vor allem Jüngere für den Glauben zu begeistern.

Abgesehen vom einen oder anderen verbalen Ausrutscher blieben die Vorarlberger Katholiken unter seiner Leitung aber von großen Skandalen verschont. Fischer brachte eine Strukturreform für die Vorarlberger Pfarreien auf Schiene, engagierte sich erfolgreich für Familien und war federführend am Aufbau des Ehe- und Familienzentrums beteiligt.

Werdegang
Fischer, nach Bruno Wecher (1968 bis 1989) und Klaus Küng (1989 bis 2004), war erst der dritte Bischof der relativ jungen Diözese Feldkirch. Am 29. Juni 1961 empfing er die Weihe zum Priester. Nach mehreren beruflichen Stationen wurde Fischer 1989 vom damaligen Feldkircher Diözesanbischof Küng zum Generalvikar ernannt. 2005 schließlich ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Feldkircher Diözesanbischof.

Die Bischofsweihe unter Kardinal Christoph Schönborn erfolgte am 3. Juli 2005. Bei seiner Verabschiedung im Jahr 2011 bat er, „mir die Unzulänglichkeiten in meinem Bemühen zu verzeihen“. Anschließend lebte der emeritierte Bischof sehr zurückgezogen im Bregenzerwald, wo er mit den Schwestern vom Orden der Dienerinnen des Blutes Christi ein geistliches Zentrum betrieb.

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner würdigte am Mittwoch die Verdienste des Verstorbenen: „Eheleute und Familien waren ihm ein Herzensanliegen. Zeitlebens hat er - treu seinem Wahlspruch - das Reich Gottes gesucht und die Zugaben des Lebens mit Dankbarkeit empfangen.“

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