04.01.2022 17:00 |

Neue Erkenntnisse

Älteste Steirerin lebte noch 300 Jahre vor Ötzi

Die älteste bekannte Steirerin lebte 300 Jahre vor Ötzi! Ihr Skelett wurde bereits 1909 in einer Höhle bei Peggau gefunden - heute liegt es im Grazer Universalmuseum Joanneum. Mit den neuesten Mitteln der Wissenschaft wurde nun das Leben der Frau aus der Jungsteinzeit erforscht und rekonstruiert.

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Sie hat zwar graue Haare, aber so richtig sieht man ihr das hohe Alter nicht an! Gut 5500 Jahre hat die „älteste Steirerin“ auf dem Buckel - sie ist damit um 300 Jahre älter als der legendäre Ötzi! Das zumindest haben neueste Untersuchungen am Skelett der Frau aus der Jungsteinzeit ergeben, das 1909 in der Josefinenhöhle bei Peggau gefunden wurde und seitdem im Universalmuseum Joanneum gelagert wird: „Die Frau war gut 147 Zentimeter groß und wurde rund 52 Jahre alt - ein hohes Alter für die damalige Zeit“, wissen Silvia Renhart und Daniel Modl von der archäologischen Abteilung des Universalmuseums Joanneum.

Bewegte Geschichte des „Peggauer Zwergs“
Entdeckt wurde das Skelett am 12. September 1909 von einem Steinbrucharbeiter südöstlich der Lurgrotte bei Peggau. Höhlenforscher Adolf Mayer sen. war einer der Ersten, der den Fundort untersuchte, schon bald folgten die führenden Archäologen der Zeit. Und auch in den Medien war der Fund des urgeschichtlichen Skeletts ein heißes Thema: So nannte Hans Ludwig Rosegger, Sohn von Peter Rosegger, den Fund wegen der - für heutige Maßstäbe - geringen Körpergröße den „Peggauer Zwerg“ und vermutete, dass es sich dabei um einen „Kretin“ handle.

„Nichts davon ist wahr“, kann Renhart heute entkräften. Gemeinsam mit internationalen Experten wurde das Skelett der Frau im vergangenen Jahr genauestens untersucht: So fand man etwa heraus, dass ihre geringe Körpergröße einerseits auf Mangelernährung zurückzuführen sei, andererseits aber nicht ungewöhnlich für diese Zeit war. Zudem weiß man auch, dass sie Zeit ihres Lebens schwere Lasten getragen und weite Wegstrecken zurückgelegt hat.

Mit den Technoloogien der Kriminologen
Und dank modernster Technologien, die von Kriminologen zur Klärung von Verbrechen verwendet werden, konnte man der „ältesten Steirerin“ nun sogar ein Gesicht verleihen.

Spannend sind auch die Funde rund um das Skelett - neben den Überresten der Frau wurden auch Tierknochen, etwa eines Braunbären, gefunden. Nach ihrem Tod wurde zudem ihr Kopf abgetrennt - möglicherweise um das Gehirn zu entfernen: „Wir gehen davon aus, dass diesen Taten magisch-rituelle Vorstellungen zugrunde liegen“, erklärt Renhart. Die Hinterbliebenen dürften auf diesem Weg versucht haben, sich ihren Geist einzuverleiben. Dank wissenschaftlicher Erkenntnisse wie dieser lebt die älteste der Forschung bekannte Steirerin jedenfalls weiter.

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