04.01.2022 11:00 |

200 im Einsatz

Air-Marshals sicherten schon Zehntausende Flüge

Cobra-Chef Bernhard Treibenreif spricht mit der „Krone“ über seine fliegenden Sondereinsatzkräfte - die Air-Marshals. 200 speziell ausgebildete Cobra-Beamte sind im Einsatz. Zehntausende Flüge wurden so bereits gesichert.

„Krone“: Seit wann sind sogenannte Air-Marshals mit an Bord?
Bernhard Treibenreif: Das Programm zur Flugsicherung läuft seit 1981 – das war eine Zeit, in der es eine Reihe von Flugzeugentführungen gab. Wir und die Schweizer Kollegen waren damals die ersten in Europa, die diesbezüglich proaktiv geworden sind. Seitdem haben wir in Kooperation mit Austrian Airlines schon Zehntausende Flüge gesichert.

Wie viele Beamte sind für Flug-Einsätze abgestellt?
Von unseren insgesamt etwa 450 im operativen Einsatz befindlichen Cobra-Beamten sind rund 200 speziell auf die Tätigkeit des Air-Marshals ausgebildet. Nach den Terroranschlägen von 9/11 haben wir an unserem Hauptstützpunkt in Wr. Neustadt eine Halle aufgestellt, in der zwei Flugzeug-Innenräume nachgebaut wurden. Wo wir, und auch Kollegen aus dem Ausland, regelmäßig trainieren.

Welche Flüge werden denn begleitet?
Wir begleiten ausschließlich Flüge der Austrian Airlines. Auf anderen Flügen sitzen ausländische Kollegen. Aber in stetiger Absprache.

Wie wird entschieden, welcher Flug begleitet wird?
Für diese Entscheidung gibt es einige Parameter. Wie hoch ist die Sicherheit im Zielland, wie hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen auf den jeweiligen Flughäfen – da gibt es auf bilateraler Ebene einiges an Kommunikation im Vorfeld.

Wie viele Männer sind auf so einem „Risiko-Flug“?
Stets zumindest zwei Air-Marshals in einem Flieger. Je nach Gefahrenlage können es aber auch mehr sein. Man sieht ja allein anhand des jüngsten Vorfalls, dass man es zu zweit einfacher hat.

Wie oft sind Ihre Männer im Flug-Einsatz?
Im Regelfall, also vor Covid, haben unsere speziell ausgebildeten Sonderkräfte bis zu 3000 Flüge pro Jahr begleitet. Jetzt aktuell natürlich deutlich weniger.

Und wie oft muss Ihr Team einschreiten?
Es kommt doch über ein Dutzend Mal jährlich zu kritischen Situationen in Fliegern. Meist handelt es sich um Personen, die in psychischer Ausnahmesituation im Flieger durchdrehen und z. B. versuchen, die Tür zu öffnen.

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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