Experte im Interview

„Es ist traurig, dass es eine Impfpflicht braucht“

Primar Bernd Lamprecht, Kepler Uniklinikum, spricht im „Krone“-Interview über Omikron und wie er die aktuelle Lage in Oberösterreich einschätzt.

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„OÖ Krone“: Die Virusmutation Omikron bereitet derzeit vielen Oberösterreichern Sorgen. Was kommt da auf uns zu?
Bernd Lamprecht:
Es verdichten sich die Hinweise, dass Omikron leichter übertragbar ist als die Delta-Variante. Auch Geimpfte sind gefährdeter als vorher. Wir wissen aber, dass die Booster-Impfung ein guter Schutz dagegen ist. Aktuell gibt es noch keinen bestätigten Omikron-Fall in Oberösterreich, es wird aber nicht mehr lange dauern. Ich gehe davon aus, dass Omikron die Delta-Variante schon ganz bald völlig verdrängen wird.

Können Sie ausschließen, dass wir aufgrund dieser Entwicklungen bald wieder in einen Lockdown gehen?
Das auszuschließen wäre nicht seriös. Es gibt aber berechtigte Hoffnungen, dass es keinen mehr geben muss. Wir müssen aber abwarten, wie sich das alles entwickelt. Aus meiner Sicht ist man gut beraten, Großbritannien ganz genau zu beobachten. Die sind ein paar Wochen vor uns.

Wie lange wird es dauern, bis Omikron bei uns ist?
Ich rechne damit, dass wir im Jänner viele Omikron-Fälle haben. Die Variante verbreitet sich schnell, in Großbritannien hat man angenommen, dass Omikron Anfang Jänner die dominierende Variante sein wird. Jetzt schaut es aber danach aus, dass dies schon im Dezember passiert.

Die Impfquote in Oberösterreich ist immer noch sehr niedrig. Was erwarten Sie sich von der Impfpflicht?
Es ist traurig, dass es überhaupt eine Impfpflicht braucht. Aber auch sie wird, denke ich, nicht zu einem lückenlosen Impfschutz führen. 80 bis 85 Prozent Durchimpfungsrate wären sehr wertvoll, alles darüber hinaus natürlich super. Das Problem ist die geringe Quote bei den Erststichen, am Sonntag etwa hat es 2100 Drittimpfungen und nur 307 Erstimpfungen gegeben. Wer sicher durch den Jänner kommen will und noch gar keine Impfung hat, sollte sich ganz dringend den ersten Stich holen.

Wie ist aktuell die Lage in unseren Spitälern?
Die Zahl der Intensivpatienten geht zurück. Bis Jahresende wird sich die Lage durch die Nachwirkungen des Lockdowns noch weiter entspannen.

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