Knalleffekt in Hamburg

Identitätsbetrug? HSV-Star Bakery Jatta angeklagt!

Bakery Jatta (23) oder Bakary Daffeh (25)? Unschuldig ins Kreuzfeuer Genommener oder Identitätsbetrüger? Noch ist nichts fix, aber die Klärung dieser Fragen rückt für den HSV-Star, der es mutmaßlich vom minderjährigen Flüchtling zum Profi-Fußballer in Deutschland schaffte, immer näher. „Mutmaßlich“? Ja, denn die Staatsanwaltschaft Hamburg geht inzwischen davon aus, dass „Jatta“ nicht der ist, der er vorgibt zu sein - und erhob Anklage!

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, werden Jatta/Daffeh „Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen sowie in einem weiteren Fall mittelbare Falschbeurkundung“ vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der HSV-Spieler bei seiner Einreise nach Deutschland einen falschen Namen sowie ein falsches Geburtsdatum angegeben habe. Letzteres deswegen, weil er als damit 17- statt 19-Jähriger in die Kategorie „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ fiel.

Damit wollte er laut Anklage erreichen, „dass ihm wegen der behaupteten Minderjährigkeit und des sich daraus ergebenden Abschiebehindernisses eine Duldung erteilt wird“, so die Staatsanwaltschaft. Tatsächlich handle es sich bei dem Fußballer, den man in Deutschland unter dem Namen „Bakery Jatta“ kennt, um einen gewissen „Bakary Daffeh“, der vor seiner Zeit in Europa bereits bei einigen afrikanischen Klubs aktiv war.

Freilich: Eine Anklageerhebung ist noch keine Verurteilung, nicht einmal der Start eines Prozesses ist bereits fix. „Das Gericht muss nun prüfen, ob es ein Hauptverfahren eröffnet“, so Staatsanwältin Mia-Christine Sperling-Karstens. Für den Anwalt von Jatta, Thomas Bliwier, ist zudem nicht einmal die Anklage nachvollziehbar, wie er der „Hamburger Morgenpost“ gegenüber erklärte: „Wir sind der Auffassung, Herr Jatta hat seine Identität eindeutig nachgewiesen. Wir werden Stellung nehmen und beantragen, die Hauptverhandlung nicht zuzulassen."

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