07.12.2021 07:45 |

„Kein Risiko eingehen“

Wegen gesperrter OP-Säle: Appell an Wintersportler

Die Lage in den Tiroler Intensivstationen ist nach wie vor angespannt. Zu den Corona-Patienten sind in den nächsten Wochen viele Verletzte nach Wintersportunfällen zu erwarten. Daher richtet der Direktor der Innsbrucker Uni-Klinik für Orthopädie und Traumatologie Rohit Arora einen flammenden Appell an die Wintersportler. 

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Es könnte eng werden, es könnte richtig dramatisch werden. Darauf macht Rohit Arora, Direktor der Uni-Klinik für Orthopädie und Traumatologie in Innsbruck, aufmerksam. Schon jetzt seien in seinem Haus drei Operationssäle gesperrt, weil das Personal für andere Stationen gebraucht werde: „Bei uns führt das dazu, dass wir geplante Eingriffe verschieben müssen. Notfälle können wir natürlich versorgen. Und wir brauchen außerdem ein gewisses freies Kontingent für Unfälle.“

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Notfälle können wir natürlich versorgen. Und wir brauchen außerdem ein gewisses freies Kontingent für Unfälle.

Unfallchirurg Rohit Arora

Die meisten Unfälle selbstverschuldet
Arora appelliert an Wintersportler, keine Risiken auf und abseits der Piste einzugehen. Bewegung sei gut, aber aus den Unfallstatistiken wisse man, dass die meisten Skiunfälle selbstverschuldet sind und in Zusammenhang mit erhöhter Risikobereitschaft stünden. „Die meisten schweren Unfälle passieren im Gelände“, ruft der Unfallchirurg in Erinnerung, „es wäre gut, wenn diese Sportler ihre Risikofreude im Sinne der Solidarität hintanstellen würden.“ Menschen mit einer Prothese rät Arora derzeit generell vom Skifahren ab. Bei einem Unfall sei eine Operation und ein Aufenthalt in der Intensivstation vorprogrammiert.

Im Vorjahr weniger Unfälle wegen Lockdown
Aus Erfahrung weiß der Klinik-Direktor um den Risiko-Faktor des Wintersports. „Sobald die Skilifte aufmachen, merken wir das an der Klinik“, sagt er. Im Vorjahr habe der Appell zur Vorsicht und das Ausbleiben von Touristen einen System-Kollaps verhindert. „Wir hatten um 48 Prozent weniger Skiverletzte“, rechnet der Mediziner vor. Allerdings habe sich die Zahl der Rodelunfälle um 38 Prozent erhöht.

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