Patientenanwalt meint:

Lollipop-Tests sollen jetzt zur Pflicht werden

Gerade bei Kindern ist die Corona-Ansteckungsrate derzeit sehr hoch: Mit einer Online-Petition fordert Ärztin und Mutter Johanna Pichler deshalb eine generelle Testpflicht in Kindergärten. Für Patientenanwalt Gerald Bachinger seien den Kleinen die Schlecker-Tests zumutbar. Hier fehle es nur an politischem Willen.
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Über 1350 Unterstützer haben bereits unterzeichnet. Und es werden stündlich mehr. Mit der Online-Petition „Verpflichtende Covid-19-Schleckertests in Kindergärten“ versucht Johanna Pichler aus dem Bezirk St. Pölten ein Exempel zu statuieren. Die Allgemeinmedizinerin fordert in NÖ eine Testpflicht in den Kindergärten, um „der Coronapandemie die Stirn zu bieten. Überall gilt die 3-G-Regel, nur in Kindergärten nicht“, so Pichler. „Als Mutter würde ich meine Kinder, aber auch die Pädagoginnen dadurch besser geschützt wissen“, so die Ärztin. Damit würde NÖ eine Vorreiterrolle übernehmen.

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Wir sind in einer einzig- artigen Situation, in der es einzigartige Maßnahmen braucht! Lollipop-Tests kann man den Kindern zumuten.

Gerald Bachinger, Patientenanwalt in Niederösterreich

Land unter Zugzwang
Schützenhilfe bekommt sie von Patientenanwalt Gerald Bachinger: „Ich sehe hier ganz klar das Land unter Zugzwang, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Wir haben seit dem Sommer schon gute Erfahrungen mit den Schleckertests gemacht.“ Bereits 75 Prozent der Kinder nehmen an den angebotenen freiwilligen Lollipop-Tests teil. Das Problem ortet Bachinger bei manchen Eltern. Allen Skeptikern entgegnet er: „Die Kinder werden durch diese Tests nicht psychisch belastet. Im Gegenteil, sie bekommen die Entwicklungen der Pandemie hautnah mit und können so einen positiven Beitrag leisten.“

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Keine Sozialkontakte mehr zu haben ist für die Kinder sicher viel schlimmer, als Lollipop-Tests im Kindergarten verpflichtend durchzuführen.

Johanna Pichler, Ärztin und Mutter von drei Kindern

Solidarität gefordert
Tagtäglich melden sich bei der Patientenanwaltschaft verärgerte Eltern. Auch in den Volksschulen werde dreimal die Woche verpflichtend getestet. Warum also nicht auch in den Kindergärten? „Hier liegt die Inzidenz mit Abstand am höchsten“, warnt Pichler.  Auf „Krone“-Anfrage heißt es dazu: Kinder unter sechs Jahren seien bis dato von allen verpflichtenden Maßnahmen ausgenommen. „Wir haben als erstes Bundesland flächendeckende Tests im Kindergarten als freiwillige Sicherheits- und Präventionsmaßnahme eingeführt“, erklären Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Für Bachinger ist es höchste Zeit, dass alle die nötigen Maßnahmen mittragen. Es gehe jetzt mehr denn je um Solidarität!

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