02.12.2021 11:29 |

Fall in Tirol

„Problemwolf“: Abschuss wieder Fall für Behörde

Das Hickhack in Sachen Wolf in Tirol geht in die nächste Runde: Nachdem das Landesverwaltungsgericht der Beschwerde von WWF und Ökobüro gegen den Abschussbescheid in Bezug eines „Problemwolfes“ die aufschiebende Wirkung zuerkannt hatte, hat das Gericht den Bescheid, mit dem der Wolf in zehn Jagdteilgebieten in den Gemeinden St. Sigmund, Oetz, Haiming, Silz, Stams und Rietz für einen Zeitraum von 60 Tagen von der ganzjährigen Schonzeit ausgenommen wird, nun behoben und zur neuerlichen Entscheidung an die Behörde zurückverwiesen.

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Das gab das Land Tirol am Donnerstagvormittag in einer Aussendung bekannt. „Ob die Abschussgenehmigung mit dem EU-Recht vereinbar ist, hat das Landesverwaltungsgericht leider nicht beurteilt. Eine Sachentscheidung wäre aber wichtig, daher wollen wir die Angelegenheit einmal durch alle Instanzen ausjudizieren. Für diesen Wolf, der 59 Schafe getötet hat, wird die mit 26. Dezember endende Abschussgenehmigung nicht mehr rechtskräftig“, erklärte LHStv. Josef Geisler (ÖVP).

Begründet werde der Beschluss des Landesverwaltungsgerichts im Wesentlichen damit, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich im Gebiet ein anderer Wolf als jener mit der Bezeichnung „118MATK“ aufhält. Die von der Behörde vorgenommene zeitliche und örtliche Eingrenzung würde nicht ausreichen. Es hätten weitere Ermittlungsschritte erfolgen müssen, um die Wahrscheinlichkeit der Entnahme des „richtigen“ Wolfes zu erhöhen, so die Meinung des Gerichts.

„Es ist klar, dass Tiere sich bewegen“
Das Land sei den Empfehlungen des Fachkuratoriums gefolgt, hieß es. „Wir haben den Bereich, in dem die Abschussgenehmigung gilt, auf jenes Gebiet beschränkt, in dem dieser Wolf genetisch nachgewiesen wurde. Dass gerade dieses Tier im unmittelbar angrenzenden Pfaffenhofen nach Bescheiderlassung nachweislich noch weitere sechs Schafe gerissen hat, wird nun vom Gericht als Beweis gesehen, dass sich der Wolf nicht mehr dort aufhält“, so Geisler.

Für den ÖVP-Politiker sei das sogar eine „Bestätigung, dass das Gebiet richtig gewählt wurde. Wir sind in der Natur. Es ist klar, dass Tiere sich bewegen.“ Zudem würden keine Hinweise vorliegen, dass sich ein anderer Wolf in diesem Gebiet aufhält.

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