Günter Rieglers Pläne

Kulturstadtrat wünscht sich ein Industriemuseum

Steiermark
29.11.2021 14:22

Mit zwei Konzepten, die er in den kommenden fünf Jahren realisieren möchte, meldet sich der Grazer Kulturstadtrat Günter Riegler zu Wort. Aus der Tennenmälzerei soll ein Industrie- und Designmuseum werden, und das GrazMuseum soll bis 2028, zur 900-Jahre-Feier der Stadt, um Teile des Reinerhofs erweitert werden. Ob die Stadtregierungskollegen da mitspielen werden, ist aber fraglich.

Gedanken über beide Projekte hat sich der Kulturstadtrat gemeinsam mit GrazMuseum-Chef Otto Hochreiter schon seit einiger Zeit gemacht. Zu beiden Ideen liegen mittlerweile schön ausgearbeitete Konzepte vor. So soll um 10 bis 15 Millionen Euro aus der ziemlich maroden, aber dank ihrer vielen Gewölbe unter Denkmalschutz stehenden Tennenmälzerei auf den Reininghausgründen ein Design- und Industriemuseum werden, das zum einen auf die reiche Industriegeschichte der Stadt und besonders dieses Viertels verweisen, zum anderen den starken Industriestandort Graz hervorheben will. Das soll in enger Kooperation mit der Industriellenvereinigung, aber auch mit der Fachhochschule und ihren Design-Lehrgängen gehen.

Doch es wird laut Rieglers Plänen auch Platz für die Stadtbibliothek Reinighaus, für die Stadtteilprojekte und für ein Bürgerservice-Büro geben, dazu Gastronomie, Coworking-Places und Veranstaltungsräume. Geht alles nach seinen Vorstellungen, könnte bereits 2025 eröffnet werden. Freilich müsste die Stadtregierung da rasch mitziehen. Möglicherweise hat die Regierungskoalition aber auch ganz andere Pläne für die Tennenmälzerei.

Erweiterung des GrazMuseums
Auch die Erweiterung des GrazMuseums um Teile des Reinerhofs, des ältesten Gebäudes der Stadt, ist aktuell auf Rieglers Wunschliste zu finden. Mit einem neuen, zusätzlichen Eingang auf dem Schloßbergplatz, einem begrünten Innenhof, der mit einem Faltdach versehen ist, der Adaption der gotischen Halle, einem angeschlossenen Café samt Museumsshop will man zur 900-Jahre-Feier von Graz die Geschichte der Stadt noch attraktiver gestalten und die Achse vom GrazMuseum zu seiner Schloßberg-Außenstelle vervollständigen. Das ließe sich bis 2027 um verhältnismäßig günstige 4 bis 6 Millionen € realisieren.

Ansonsten will Riegler seinen kulturpolitischen Weg fortsetzen, sich für Fair Pay stark machen und auch künftig unter dem Motto „Kulturjahr ist immer“ um ein Sonderbudget in der Höhe von 300.000 bis 500.000 Euro für Projekte zu aktuellen Fragen kämpfen.

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