26.11.2021 19:00 |

Studie aus Graz

Waldbrände sorgen für Erhitzung der Atmosphäre

Die Auswirkungen der immer häufiger werdenen Waldbrände auf die Erdathmosphäre hat ein Team von Grazer Klimaforschern nun erforscht. Das Ergebnis ihrer Studie: Aerosole aus großflächigen Waldbränden können in der Stratosphäre zu starker lokaler Erwärmung führen.

Ob in Kalifornien, Australien oder zuletzt auch im steirisch-niederösterrechischen Grenzgebiet: Immer öfter kommt es wegen der Klimaerwärmung und der damit einhergehenden Trockenheit auch zu Waldbränden. Doch diese haben nicht nur eine verherende Wirkung auf Mensch und Umwelt, sondern auch auf die Athmosphäre.

Aerosole gelangen bis in die Stratosphäre
Wie Forscher vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Uni Graz nun festgestellt haben, können vor allem intensiv und lange wütende Feuer massive Auswirkungen auf die Atmosphäre haben: „Aerosole von großen Waldbränden können bis in die Stratosphäre gelangen, über Monate bis Jahre dort verweilen und die Zusammensetzung der Atmosphäre sowie die Temperatur der oberen Luftschichten beeinflussen“, erklärte Andrea Steiner, Leiterin des Wegener Center.

Erwärmung bis zu zehn Grad möglich
„Als unmittelbare Auswirkung zeigen die Messungen eine starke Erwärmung der unteren Stratosphäre um bis zu zehn Grad Celsius innerhalb der von den Waldbränden verursachten Aerosolwolken direkt nach ihrer Entstehung“, wusste Matthias Stocker, Erstautor der aktuellen Studie, zu berichten. Dafür wurden Satellitenbeobachtungsdaten in Zusammenhang mit zwei extremen Waldbrandereignissen - 2017 in Nordamerika und 2019/20 in Australien - studiert.

Erwärmung stärker als bei Vulkanausbruch 1991
In der unteren Stratosphäre hielt dieser Temperaturanstieg auch über mehrere Monate an und erreichte bei den nordamerikanischen Waldbränden ein durchschnittliches Plus von ein Grad Celsius, in Australien waren es sogar 3,5 Grad Celsius. Diese Erwärmung durch die Feuer in Australien sei sogar stärker gewesen als der Temperaturanstieg in der Stratosphäre infolge von vulkanischer Aktivität seit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991.

Die neuen Erkenntnisse der Grazer Studie seinen vor allem für das globale Monitorin des Klimas von Bedeutung. Die Ergebnisse würden zeigen, dass große Waldbrände als Einflussfaktor berücksichtigt werden müssen, wenn man künftig Klimaschwankungen in der Atmosphäre untersucht.

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