Di, 21. August 2018

US-Wahlkampf

12.04.2011 19:18

Romney nimmt neuen Anlauf auf Präsidentenamt

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA kommt schön langsam ins Rollen. Da die ersten Vorwahlen bereits Anfang 2012 beginnen, startet nun auch das Ringen um eine Kandidatur: Der Republikaner Mitt Romney nimmt einen zweiten Anlauf auf eine Bewerbung um die Kandidatur. Bei den Demokraten ist bereits fix, dass sich Präsident Barack Obama einer Wiederwahl stellen wird. Auch ein alter, schillernder Bekannter brachte sich wieder ins Gespräch.

In einer Videobotschaft gab Romney, der frühere Gouverneur von Massachusetts, am Montag bekannt, dass er einen Ausschuss bilden wird, der seine Gewinnchancen ausloten soll. Dieser erste offizielle Schritt auf dem Weg zu einer Kandidatur ermöglicht es ihm, mit dem Sammeln von Spenden zu beginnen. Auf demokratischer Seite hat Präsident Obama bereits bekanntgegeben, dass er 2012 wieder kandidieren will. Ein ernsthafter innerparteilicher Konkurrent wird bei den Demokraten nicht erwartet.

Romney (64) hatte bereits bei der letzten Wahl seinen Hut in den Ring geworfen. Im republikanischen Vorwahlkampf verlor er aber gegen John McCain. Nach Umfragen gehört er dieses Mal auf der republikanischen Seite zu den aussichtsreichsten Bewerbern, besonders deshalb, weil die Wirtschaft und der Schuldenabbau voraussichtlich die beherrschenden Wahlkampfthemen sein werden. Romney ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und gilt zugleich als ausgezeichneter Organisator: So hatte er 2002 die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City auf die Beine gestellt.

Romneys Stärken liegen im Wirtschaftsbereich
Entsprechend rückte er in seinem Video auch Wirtschaftsthemen und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in den Vordergrund. "Es ist Zeit, dass wir Amerika zurück auf einen Kurs zur Größe, zur wachsenden Wirtschaft, zu guten Jobs und fiskaler Disziplin in Washington bringen", sagte Romney. "Ich habe gelernt, wie Amerika mit Firmen in anderen Staaten konkurriert, warum Jobs abwandern und wie Jobs hier zuhause geschaffen werden."

Die Demokraten werfen Romney allerdings vor, als "Heuschrecke" gewütet und massenweise Stellen abgebaut zu haben. Einige Konservative kritisieren wiederum Romneys Amtszeit als Gouverneur von Massachusetts, einem Bundesstaat, der in den USA als vergleichsweise "liberal" - linksgerichtet - gilt. Dort unterstützte er den Aufbau eines Gesundheitssystems, das als eines der Vorbilder für die umstrittene bundesweite Reform von Obama gilt.

Erster Mormone im Weißen Haus?
Romney ist Mormone, der an der Brigham Young University in Utah studiert hat. Später ging er nach Harvard, wo er seinen Abschluss in Wirtschaft und Jus machte. Würde er die Präsidentschaftswahl 2012 gewinnen, wäre er der erste Mormone im Weißen Haus.

Unterdessen wurde bekannt, dass auch der New Yorker Immobilienkönig Donald Trump wieder einmal erwägt für das Weiße Haus zu kandidieren. "Ich finde furchtbar, was gerade mit unserem Land passiert", sagte der 64-Jährige dem "Wall Street Journal". "Ich bin sehr konservativ", so der Milliardär. Wenn es mit den Republikanern nicht klappe, werde er eben als Unabhängiger kandidieren. Wichtigster Punkt in der Außenpolitik: China solle mehr in den USA kaufen, sonst müsse deren Importflut von den USA deutlich besteuert werden. Und von Libyen "interessiert mich nur das Öl". Trump bringt sich seit mehr als zehn Jahren immer wieder ins Gespräch, kandidiert hat er aber noch nie.

Wahlkampf beginnt zögerlich
Der Wahlkampf in den USA beginnt derzeit eher zögerlich. Auf Seite der Republikaner hat sich neben Romney bisher nur der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, formell beworben. Unklar bleibt, ob bekannte Politiker wie Mike Huckabee oder Sarah Palin überhaupt zu den Vorwahlen antreten. Umfragen zufolge liegt Obama gegenüber den Republikanern in Führung.

Parallel zu der Präsidentenwahl werden im November 2012 das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Einige Experten spekulieren, dass die Kongresswahlen angesichts von Obamas Vorsprung sich zum eigentlichen Machtkampf in Washington entwickeln dürften.

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