24.11.2021 12:00 |

Raubversuch misslungen

Ein schillernder Prozessauftritt

Eloquent zeigt sich der Angeklagte am Dienstag im Gerichtssaal. In gewähltem Deutsch erklärt der Rumäne, warum er am Tag des ihm vorgeworfenen Raubüberfalls nicht in Salzburg gewesen sei: Ein Familienbesuch in Oberösterreich, der Sturz der Mutter. Und die Tatwaffe mit seiner DNA, die „hat der Vater zuvor weggeworfen“.

Eine bemerkenswerte Laufbahn war über den angeklagten Anzugträger zu hören: Heilmasseur auf Ibiza, mehrere Monate im Service-Bereich in den Niederlanden tätig, danach in Portugal bei einer Kamera-Firma angestellt, und zuletzt noch als Sales Coach auf Malta aktiv. Schlussendlich ist der gebürtige Rumäne (39) heuer im italienischen Bari festgenommen worden. Wegen eines EU-Haftbefehls.

Weil er, so glaubt es die Staatsanwältin, am 20. Dezember 2018 einen Mann in einer Wohnung in Salzburg überfallen habe – erfolglos, da das Opfer den Angreifer überwand. Das Vorstrafenregister stärkt die Anklage: neun Eintragungen, fünf einschlägige Vorstrafen.

„Mein Mandant hat das Verbrechen nicht begangen“, betont dagegen Verteidiger Franz Essl. Seit 2014 habe der 39-Jährige das Kriminelle hinter sich gelassen. Genauso wortreich drückt sich der Angeklagte aus: Das Opfer kenne er nicht, in dessen Wohnung – dem Tatort – sei er nie gewesen. „Ich war damals auf Urlaub bei meiner Familie.“ In Moosbach, im Innviertel. An jenem Tag sei seine Mutter über die Treppe gestürzt, er habe sie ins Spital gebracht.

Die Anklägerin spricht das entscheidende Indiz an: ein Klappmesser, das am Tatort lag, mit seinen DNA-Spuren. Er erklärt dies mit einem blöden Zufall: Das Messer habe der Vater zuvor mit anderen Sachen weggeworfen. Die Eltern bestätigten dies, sieht Essl seinen Mandanten entlastet. Das Opfer erschien nicht. Die Richterin vertagte auf den 23. Dezember.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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Dienstag, 30. November 2021
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