14.11.2021 18:00 |

Im „Krone“-Gespräch

Die „Innsbrucker Wurzeln“ des Gregor Bloéb

Am Tiroler Landestheater läuft derzeit mit Mozarts „Zauberflöte“ höchst erfolgreich seine erste Operninszenierung. Längst ist Gregor Bloéb Teil der Oberliga im deutschsprachigen Schauspiel. Aber trotzdem erinnert er sich gerne an wichtige Stationen seines Aufwachsens in Innsbruck, wie er der „Krone“ erzählt.

„Wir versuchen in der Zauberflöte die Zuschauer mitzunehmen in eine Märchenwelt. Es ist ein sinnlicher Abend, an dem man unbeschreiblich viel entdecken, hören und sehen kann. Ich spüre auch, dass es in diesen drei Stunden, eine große Gemeinsamkeit gibt zwischen Publikum, Ensemble und Orchester“, erklärt Paradeschauspieler Gregor Bloéb eingangs bei einem äußerst unkomplizierten abendlichen Treffen mit der „Tiroler Krone“ im Restaurant „Brahms“, welches sich bekanntlich in unmittelbarer Nähe zu seiner aktuellen Wirkungsstätte, dem Tiroler Landestheater, befindet.

Der große Start mit der „Piefke-Saga“
Wie berichtet, übernahm Bloéb in der aktuellen Spielsaison mit der „Zauberflöte“ erstmalig die Inszenierung einer Oper, welche sich von ihrer Premiere weg zu einem Publikumsmagneten entwickelte. Gregor Bloéb, der 1990 mit seiner Rolle als Sohn des Bürgermeisters Wechselberger in Felix Mitterers „Piefke-Saga“ einem Millionenpublikum bekannt wurde, gehört heute zur Oberliga im deutschsprachigen Schauspiel. Bloéb ist ein angenehmer, humorvoller Gesprächspartner, der einem das Gefühl vermittelt, dass er sein Leben intensiv, aber trotzdem sehr bewusst und auf individuelle Nachhaltigkeit ausgerichtet, lebt.

Geprägt durch ein liebevolles Elternhaus
Was aber trieb den heute 53-Jährigen, gebürtigen Innsbrucker dazu an, sein Leben dem Schauspiel zu widmen? Der „Tiroler Krone“ gab er Einblicke in seine Vergangenheit und welche Einflüsse ihn mit zu dem prägten, was er heute ist. „Ich glaube, dass es einfach eine ganz seltene Kombination war. Ausgehend von meiner Mama, welche nur aus Herz bestand und uns vier Brüdern vermittelte, dass Liebe das Einzige ist, was Bestand hat. Und dazu unser Papa, der trotz des Furchtbaren, das er selbst als Waisenkind in der Nazi-Zeit erleben und erdulden musste, sich uns mit viel Aufmerksamkeit und Witz präsentierte, aber uns auch immer gegen alles und jeden verteidigte“, lauten die einleitenden Worte zu den frühesten Erinnerungen aus seiner Kindheit.

Ein kritischer Jugendlicher der 80er
Zu diesem sehr liebevollen Zuhause kam dann Anfang der 80er-Jahre für den kritischen Teenager die Innsbrucker MK, die Marianische Kongregation am Jesuitenkolleg, als Ort des Wohl- und Verstandenfühlens dazu. Die MK war in den 70er-Jahren das größte Jugendzentrum Europas. Im Keller befand sich der „Club im Kennedyhaus“, welcher sehr viel Raum für Konzerte und Partys bot.

Auch stellte die MK Proberäume für Musiker zur Verfügung. Heute bekannte Bands und Musiker wie Isaiah, Stefan Costa und Florian Bramböck hatten dort ihre ersten Proberäume. Etliche in der Gegenwart als kritisch bekannte Personen, die ein anderes als das gewohnte Tirol darstellen, waren ebenfalls fleißige Mitglieder. Bis heute ist Gregor Bloéb dem ehemaligen MK-Leiter, Jesuiten-Pater Richard „Ricci“ Plaickner, in tiefster Freundschaft verbunden: „In der MK wurde trotz der unterschiedlichen Jugendgruppierungen – Popper, Punks, Mods, Rocker – gegenseitiger Respekt gelebt und man hatte ein Gemeinschaftsgefühl. Ich hatte in all diesen bunten Gruppierungen meine Freunde“.

Im Kellertheater fand alles seinen Anfang
Der nächste Lebenschritt führte ihn als 17-Jährigen auf die Bühne des Innsbrucker Kellertheaters. „Das war ein reiner Zufall, einer meiner ältesten Freunde, der 2014 verstorbene Schauspieler Guntram Brattia, nahm mich ins Kellertheater mit und ich leckte sprichwörtlich Blut.“ Der Rest ist bekannt.  

Hubert Berger
Hubert Berger
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