13.11.2021 10:00 |

In der Kritik

Bildungssprecherinnen rupfen Schöbi-Fink

Die Aussendung liest sich ja wunderbar: Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink will das Augenmerk auf den Ausbau von verschränkten Ganztagsklassen legen. Ein Angebot für zumindest 40 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen ist das Ziel. Bei den allgemeinbildenden Schulen soll der Wert sogar auf 85 Prozent steigen.

Eine Arbeitsgruppe hatte getagt, Vor- und Nachteile verschiedener Betreuungsformen erörtert und praktische Erfahrungen einfließen lassen. Das Ergebnis, auf dem wiederum die von Schöbi-Fink präsentierten Zahlen beruhen: Ganztägige Schulformen bringen Vorteile in Sachen Chancengleichheit, individueller Interessens- und Begabungsförderung, sozialem Lernen, Sprach- und Leseförderung, Gesundheitsbewusstsein und eigenen sich nicht zuletzt auch perfekt, um Beruf und Familie zu vereinbaren.

Das sei ja schön und gut, befanden die Sabine Scheffknecht und Andrea Kerbleder, Bildungssprecherinnen der NEOS bzw. der Freiheitlichen. Zunächst allerdings sollen Schöbi-Fink und ihre Mitstreiter ihre Hausaufgaben erledigen, denn das Vorarlberger Bildungssystem gerate zunehmend ins Wanken. Eklatant sei der Lehrermangel und die zum Teil daraus resultierende schlechte Stimmung beim Personal.

Schöbi-Fink rede Probleme nach wie vor schön, anders sei es nicht zu erklären, dass sie meine, den Ausbau der Ganztagsschulen mit dem vorhandenen Personal stemmen zu können. „Das grenzt schon an eine gewisse Realitätsverweigerung“, wetterte Kerbleder. Neben dem Personalproblem seien zudem Lösungen gefordert, die überbordende Bürokratie in den Griff zu bekommen und Kinder, die während der Pandemie durchs Raster gefallen seien, wieder an Bord zu holen.

Um zumindest den Lehrermangel in den Griff zu bekommen sollte die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule sofort verkürzt werden. Weiters wünschen sich die beiden Bildungssprecherinnen, dass die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule berufsbegleitend absolviert werden kann und ein Lehrkräfte-Personalpool eingerichtet wird, sodass zumindest die ärgsten Engpässe abgefedert werden könnten.

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Vorarlberg-Krone
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