Harte Kritik in OÖ

Ein „Teil-Lockdown“ ist den Medizinern zu wenig

Einen gesetzlichen Impfzwang für alle fordert der Sprecher der oö. Spitalsärzte. Immunisierung für Zögerer soll künftig ebenso wie die Tests kostenpflichtig werden.

Wenn die österreichische Politik weiterhin zu feige ist, eine Impfpflicht für alle auszusprechen, dann treibt sie ganz Österreich in einen neuerlichen Lockdown, dann überrollt uns die vierte Welle“ – kein Blatt vor den Mund nimmt sich Harald Mayer, Sprecher der Spitalsärzte und selbst Mediziner im Schärdinger Krankenhaus. Sollte der Impfzwang für alle nicht sofort kommen, dann prophezeit der Arzt zu Weihnachten „den Hammer: Impfpflicht und Lockdown“. Das Zögern der Politik würde auf dem Rücken der Spitalsmitarbeiter – Ärzte und Pfleger – ausgetragen. Die Aussage von Landeshauptmann Thomas Stelzer, dass die Kapazitäten auf den Intensivstationen sehr gut seien, hat Mayer „wenig begeistert“, wie er diplomatisch zur „Krone“ meinte. Denn auch am Donnerstag stieg die Zahl der Corona-Patienten um 32 an. Um 29 auf den Normalstationen auf 461 und um drei auf 89 in den Intensivstationen. Und die Rekord-Zuwächse bei den Infizierten – 17.249 Oberösterreicher in der vergangenen Woche – werden erst in der kommenden Woche auf die Spitalszahlen „durchschlagen“ und weiter nach oben treiben.

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Einen generellen Impfzwang sehe ich kritisch, da er die Fronten noch mehr verhärtet

Wolfgang Ziegler, Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Oberösterreich

Tests sollen kostenpflichtig werden
Der Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Oberösterreich, Wolfgang Ziegler aus Kremsmünster, der gerade rechtzeitig vom Taucharzt-Auffrischungskurs zur Verkündung des Teil-Lockdowns nach Hause kam, meinte zur derzeitigen Situation: „Jene, die bisher nicht die Möglichkeit zur Impfung genutzt haben, müssen natürlich die Auswirkungen mehr spüren als die Geimpften. Einen generellen Impfzwang sehe ich kritisch, da er die Fronten noch mehr verhärtet, aber in exponierten Berufen wäre er sinnvoll.“ Für die Zukunft regt Ziegler kostenpflichtige Test an – und auch ein Ende der Gratis-Impfung für alle, zu lange zuwarten.

Finger wundgestochen
Mit dem Lockdown für Ungeimpfte ist die Forderung von Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser erfüllt. Aber in der Ärzteschaft ist man sich da mehr als uneinig. Dr. Lisa-Maria Kellermayr etwa, die sich – wie berichtet – vergangenen Sonntag in der einzigen offenen Impfstraße in Seewalchen die Finger „wund stach“, hält den „Lockdown für Ungeimpfte“ für die „dümmste Idee der gesamten Pandemie“ – siehe Faksimile.

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Mittwoch, 01. Dezember 2021
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