05.11.2021 07:30 |

Im Interview

Richard Greil: „Die Maßnahmen sind zu langsam“

SALK-Mediziner Richard Greil spricht über die prekäre Situation in den Spitälern, die dritte Impfung und mögliche Kollateralschäden.

Herr Greil, wie sieht die Situation in den Spitälern zurzeit aus?

Es ist sehr schwierig. Wir sind an der Grenze des Leistbaren angekommen. Alle zwei bis drei Tage müssen wir wegen der steigenden Covid-Patientenzahlen neue Eskalationsstufen aufmachen. Und die Infektionszahlen steigen ja noch immer.

Was bedeutet das für die Normalversorgung?

Weniger Betten stehen zur Verfügung – und schon jetzt ist damit der internistische Bereich massiv beeinträchtigt. Gerade auf der ersten Medizin, wo beispielsweise Krebspatienten oder Diabetespatienten versorgt werden, können wir viel weniger Patienten aufnehmen, weil die Betten wegen Covid gesperrt sind. Das könnte auch Kollateralschäden bedeuten.

Wie kann man die Entwicklung stoppen?

Die Impfung und auch die Auffrischungsimpfung für die ältere und kranke Bevölkerung und auch jene, wo die Impfung schon länger als ein halbes Jahr zurück liegt. Und selbst wenn sich die Leute sofort impfen lassen, dauert es, bis sie vollimmunisiert sind. Bis dahin müssen wir versuchen, uns mit strengeren Maßnahmen über die Zeit zu retten.

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich von der Politik?

Der Stufenplan der Regierung ist viel zu langsam. Wir brauchen schnellere Maßnahmen wie eine Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht und genauere Überprüfung in der Nachtgastronomie. Sonst kommen wir mit der immensen Geschwindigkeit, mit der sich das Virus gerade ausbreitet, einfach nicht mit.

Marie Schulz
Marie Schulz
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