Energiepolitik-Wende

Sogar AKW-Besetzer trainieren in Zwentendorf!

Nur 30.068 Stimmen verhinderten einst die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks in Zwentendorf, Bezirk Tulln. Energie-Experten sind sicher: Auch wenn das AKW ans Netz gegangen wäre - heute wäre es schon wieder zu.

Die Volksabstimmung mit fast 3,2 Millionen Stimmen fand am 5. November vor 43 Jahren statt. „Auch wenn sie damals für Atomstrom ausgegangen wäre, Zwentendorf würde heute keine Energie mehr produzieren“, meint EVN-Fachmann Stefan Zach. Denn: Der Siedewasserreaktor ist baugleich mit den Reaktoren in Fukushima - spätestens nach der Katastrophe im März 2011 wäre das österreichische Pendant abgeschaltet worden, ist sich Zach sicher.

Kalorische Kraftwerke als Zwentendorf-Ersatz gebaut
Die Wahl verhinderte nicht nur das AKW Zwentendorf, sondern auch Kernkraftwerke in St. Pantaleon-Erla im Bezirk Amstetten und in St. Andrä in Kärnten. Ein halbes Dutzend Atomreaktoren hätte den Strombedarf von sechs Millionen Haushalten abdecken sollen. Sogar manche Umweltschützer waren für Kernenergie - dafür sollten etwa Staudämme nicht weiter vergrößert werden.

Um die Stromversorgung dennoch zu sichern, wurden schließlich kalorische Kraftwerke gebaut, die Unmengen an CO2 ausstießen. Im benachbarten und schon wieder geschlossenen Dürnrohr-Kraftwerk fanden viele AKW-Angestellte nach dem endgültigen Aus wieder Arbeit. Zach: „Zwentendorf ist weltweit einzigartig, oder gibt es sonst wo ein Atomkraftwerk, das eine eigene Facebook-Seite mit über 3000 Fans hat. Es hat schräge Menschen angezogen wie kaum ein anderer Ort. Und es ist ein Zeichen für permanentes Scheitern.“

„Zeitreise“ in 70er-Jahre bietet einzigartige Kulisse
Die Zeit dort scheint stehen geblieben, die vermarktete Kulisse deckt die Betriebskosten. Das alte AKW dient auch als internationales Rückbautrainingszentrum, dort üben aber auch Industriekletterer - und sogar Greenpeace-Aktivisten das Besetzen von Kraftwerken!

René Denk
René Denk
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