01.11.2021 19:29 |

Rede bei Klimagipfel

Schallenberg in Glasgow: „Gemeinsam handeln“

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hat am Montag bei seiner Rede auf der UN-Klimakonferenz die enge Verbindung der österreichischen Aktivitäten beim Klimaschutz mit jenen auf EU-Ebene unterstrichen. Und Europa sei mit seinen Klimazielen sei „auf dem besten Weg, bis 2050 erster klimaneutraler Kontinent zu werden“, so Schallenberg. Mit dem auf 130 Millionen Euro vervierfachten Beitrag zum Green Climate Fund hob er Österreichs Rolle bei der Klimafinanzierung hervor.

Schallenberg erinnerte zu Beginn seiner Rede an 18 Monate Ausnahmezustand aufgrund der Corona-Pandemie. Diese habe uns daran erinnert, dass „wir alle schnell und gemeinsam handeln müssen, um eine globale Krise effektiv bewältigten zu können“. Gleiches gelte für den Klimawandel, und Österreich stehe dazu bereit, hier eine Rolle zu spielen, so der Kanzler unter Hinweis auf die jüngsten Maßnahmen der türkis-grünen Regierung in diesem Bereich, bis hin zum Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2040.

„Globales Ziel, den Klimawandel aufzuhalten“
Beim globalen Ziel, den Klimawandel aufzuhalten, gelte es neue, nachhaltige Formen der industriellen Produktion, der Verkehrstechnik, des Konsums, des Wohnbaus, wie auch der Waldbewirtschaftung zu finden. So sei das Ziel der Null-Emissionen zu erreichen, schloss Schallenberg.

Vor den Impulsreden der Staats- und Regierungschefs wies der Bundeskanzler darauf hin, dass die UN-Klimakonferenz, alleine durch ihr Stattfinden für eine Druckkulisse sorge. „Aber hier sind auch die Stimmen, die wir sonst in Europa nicht hören. Wenn wir sagen, es ist die Menschheit als Ganzes, welche die Klimakrise lösen muss, dann müssen wir diese Stimmen anhören und mitnehmen.“

„Industrie als Teil der Lösung“
„Die Industrie ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“, unterstrich indes der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill, in Glasgow. „Wir können Klimawandel nur mit Innovation bekämpfen und das auf globaler Ebene“, erinnerte er daran, dass eine Transformation der Wirtschaft in Richtung CO2-Neutralität eines der Ziele sein muss. Österreichische Unternehmen hätten hier die Chance, ihr Know-how auch weltweit zu exportieren.

Was Österreichs Beitrag beim der Klimafinanzierung betrifft, so belief sich die erste GCF-Befüllung für die Jahre 2015 bis 2018 nur auf einem Beitrag von 26 Millionen Euro, was zu großer Kritik vonseiten der Umweltschutzorganisationen führte. Der Grüne Klimafonds (GCF) wurde bei der Klimakonferenz 2010 in Cancun in Mexiko beschlossen: Ab 2020 sollen jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen dafür bereitstehen, um Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern zu finanzieren.

„Wir schaufeln uns unser eigenes Grab“
Mahnende Worte hatte zuvor UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seiner Rede gefunden. Er warnte eindringlich vor einem Versagen der Menschheit im Kampf gegen die Erderwärmung gewarnt. „Wir schaufeln uns unser eigenes Grab“, sagte er am Montag, sämtliche zugesagten Anstrengungen beim Klimaschutz reichten hinten und vorne nicht aus, um eine Katastrophe abzuwenden.

Auch die scheidende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte mehr Tempo beim Klimaschutz und warnte vor „verheerenden Auswirkungen“ der Erderwärmung. „Wir sind nicht da, wo wir hinmüssen“, sagte sie. Nötig für die unumgängliche „umfassende Transformation“ unseres Arbeitens und Wirtschaftens sei ein weltweiter Preis auf den Ausstoß von Kohlendioxid.

US-Präsident Joe Biden bat vor dem Plenum um Entschuldigung für den Rückzug seines Vorgängers Donald Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015. Trump hatte daran gezweifelt, ob der Klimawandel überhaupt menschengemacht ist - solche Zweifel sind wissenschaftlich klar widerlegt. Nun sagte Biden, Glasgow müsse der Startschuss für ein „Jahrzehnt des Ehrgeizes und der Entschlossenheit sein“. Und die USA wollten mit gutem Beispiel vorangehen.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).