30.10.2021 13:00 |

Nur wenig Freude

Wolf im Fokus bei der Bilanz der Tiroler Almen

Für viele Schlagzeilen sorgte den ganzen Sommer über der Wolf. Durch die Abschussfreigabe von „118MATK“ rückte er auch in den vergangenen Tagen wieder in den medialen Fokus. Kein Wunder also, dass er bei der Präsentation der Tiroler Almbilanz am Freitag auch im Mittelpunkt stand. 251 Tiere fielen dem Beutegreifer zum Opfer. Dass 60 von einem Bären getötet wurden, geriet dabei fast in den Hintergrund.

Jedes Jahr zieht die Almwirtschaft in Tirol eine Bilanz. Am Freitag war es wieder so weit. Zu Beginn wurde freilich deren Bedeutung hervorgehoben. 2070 Almen mit einer Fläche von 378.400 Hektar werden von Bäuerinnen und Bauern bewirtschaftet. Zum besseren Vergleich rechnete LK-Präsident Josef Hechenberger vor, dass „das rund 140.000 Fußballfeldern entspricht“.

4411 Tiere vorzeitig abgetrieben
Die Bilanz für 2021 ist nur in einem Punkt erfreulich, wie Josef Lanzinger, der Obmann des Almwirtschaftsvereins, erklärte: „Nach jahrelangen Rückgängen haben wir bei den Milchkühen eine Steigerung von einem Prozent bei den Auftriebszahlen erreicht.“ Für viel Jubel sorgt diese Nachricht unter den Vertretern der Bauern jedoch nicht. Denn der Bär und vor allem auch der Wolf sorgten dafür, dass 2111 Weidetiere von unmittelbar betroffenen Almen vorzeitig abgetrieben wurden.

„Zusätzlich verließen noch rund 2300 gealpte Schafe und Ziegen vorzeitig die Alm“, rechnete Lanzinger vor.

Beutegreifer töteten 311 Tiere, 133 sind abgängig
In Summe fielen 311 Tiere den Beutegreifern zum Opfer. Darüber hinaus sind noch 133 abgängig. Positiv bewerteten Hechenberger und die anderen Vertreter, dass „118MATK“ endlich zum Abschuss freigegeben wurde. Doch dann gab es auch schon gleich Kritik und eine konkrete Forderung. Angefangen von der Feststellung, dass es sich um einen Problemwolf handelt, bis hin zur Abschussgenehmigung verstreiche nämlich zu viel wertvolle Zeit, wie Hechenberger sagte.

Schneller handeln
„Besonders was die Beprobung und die Auswertung angeht, muss künftig schneller ein Ergebnis vorliegen. Ansonsten muss die amtstierärztliche Begutachtung als Entscheidungsgrundlage dienen.“ Das Expertengremium müsse unverzüglich tätig werden. Hierfür brauche es auch ein besseres, länderübergreifendes Monitoring, so der LK-Präsident abschließend.

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