28.10.2021 14:21 |

Um 1,7 Milliarden Euro

Steirische Firma AT&S baut Mega-Fabrik in Malaysia

Der börsennotierte Mikroelektronik-Hersteller AT&S mit Sitz in Leoben errichtet ein neues Werk in Malaysia. Der Spatenstich soll am 30. Oktober erfolgen, der kommerzielle Betrieb soll im Jahr 2024 anlaufen. Die mit 1,7 Milliarden Euro bisher größte Investition des steirischen Unternehmens und die erste in Südostasien erfolgt im Hightech-Park in Kumin im Bundesstaat Kedah, 350 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kuala Lumpur. Dort sollen 6000 Beschäftigte IC-Substrate produzieren.

Erst vor zwei Wochen präsentierte AT&S große Ausbaupläne für den Stammsitz in Leoben: Eine halbe Milliarde Euro soll investiert werden, 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Die ganze Stadt Leoben soll davon profitieren.

Lohnkosten nicht ausschlaggebend
Zunächst aber steht Südostasien am Plan: AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer erläuterte am Donnerstag bei einer online aus Malaysia übertragenen Pressekonferenz die Beweggründe für die Entscheidung des Mikroelektronik-Spezialisten: Die niedrigeren Lohnkosten seien nicht ausschlaggebend gewesen, sondern es sei ein Mix an Faktoren. Man brauche etwa ein Grundstück mit der Möglichkeit zu expandieren, guten Zugang zu ausgebildeten Beschäftigten, Nähe zu den Kunden, ausgezeichnete Infrastruktur und Attraktivität des Standorts für Spezialisten und ausländische Beschäftigte. In Kumin seien alle Anforderungen erfüllt worden.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten in Asien
Der Leiterplatten- und Substrate-Hersteller AT&S ist bereits seit 1999 mit einem Produktionsstandort in Indien (Nanjangud) vertreten, es folgten Werke in China (Shanghai und Chongqing) sowie Südkorea (Ansan). Nun geht die Expansion in Malaysia weiter.

Chipmangel wird noch jahrelang anhalten
Der globale Chipmangel werde noch jahrelang anhalten, erwartet Gerstenmayer. Bis zum Jahr 2025 werde die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot bei Substraten nicht geschlossen werden können. Mit dem neuen Substrate-Werk in Kumin könne AT&S dazu beitragen, die Mangelsituation zu erleichtern.

Die Gründe für den Chipmangel seien vielfältig: Im Jahr 2019 sei durch den globalen Abschwung eine ganze Investitionsrunde ausgefallen. Dann kam Corona, und die Lieferketten seien total ausgetrocknet. Mitte 2020 habe dann ein steiler Aufschwung eingesetzt, und man habe ohne Investitionen die globalen Lieferketten wieder befüllen müssen. Getrieben worden sei die weltweit starke Chip-Nachfrage zusätzlich durch die Digitalisierung, die infolge der Pandemie einen Schub erhalten habe.

 Steirerkrone
Steirerkrone
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 02. Dezember 2021
Wetter Symbol
Steiermark Wetter
2° / 4°
starker Regen
2° / 5°
Regen
5° / 5°
starker Regen
5° / 7°
leichter Regen
1° / 2°
Schneefall
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)