12.10.2021 14:19 |

Aktie verliert 15%

Curevac stoppt ersten Corona-Impfstoffkandidaten

Die Biotechfirma Curevac gibt ihren ersten Corona-Impfstoffkandidaten auf. Das deutsche Unternehmen kündigte am Dienstag an, sich nun auf ein Coronavirus-Vakzin der zweiten Generation in Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline zu konzentrieren. Klinische Studien hierfür sollten in den nächsten Monaten beginnen.

Die Pandemie entwickle sich weiter zu einer Endemie, dadurch änderten sich die Bedürfnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit, sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas. Das Mittel der ersten Generation namens CVnCoV werde dagegen aus dem laufenden Zulassungsverfahren zurückgezogen, hieß es weiter.

Damit ende auch der Vorvertrag mit der Europäischen Kommission. Curevac prüfe, inwieweit die in diesem Zusammenhang eingegangenen Verpflichtungen auch auf die Impfstoffkandidaten der zweiten Generation übertragen werden könnten, heißt es. An der Börse kam die Entscheidung nicht gut an. Die Aktien gaben knapp 15 Prozent nach.

Vorproduzierte Dosen werden vernichtet
Die vorproduzierten Dosen werden laut Haas vernichtet. Um wie viele es sich handelt, wollte er nicht sagen. Als unmittelbare Folge des Rückzugs ende der Vorvertrag mit der Europäischen Kommission, in dem CVnCoV für den akuten Pandemiebedarf vorgesehen war, sagte Haas. Er gehe nicht davon aus, dass Vorauszahlungen der EU in Höhe von 450 Millionen Euro zurückgezahlt werden müssen.

Wirksamkeit von nur 47 Prozent
Das Unternehmen hatte Mitte Juni einräumen müssen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Der Curevac-Impfstoffkandidat basiert - ebenso wie beispielsweise das bereits seit Langem in der EU zugelassene mRNA-Vakzin des Konkurrenten Biontech/Pfizer - auf sogenannter Messenger RNA (Boten-RNA).

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