21.09.2021 08:00 |

Graz-Wahl

Trotz Bruchs: FPÖ will mit Nagl weiterregieren

Vizebürgermeister Mario Eustacchio lobt die Koalition mit der ÖVP – und versucht mit dem Ausländerthema Wähler zu mobilisieren. Hier das Interview.

Wie fällt Ihre Bilanz nach viereinhalb Jahren Schwarz-Blau aus?
Wir haben viel weitergebracht: Straßenbahn-Ausbau, Murufer, Klimaschutz-Fonds. Und wenn Sie nach der blauen Handschrift fragen: Durch die neuen Zugangsregeln ist der Ausländeranteil im Gemeindebau gesunken. Ich habe den Erhebungsdienst eingeführt, mit dem wir Sozialmissbrauch bekämpfen.

Es gab auch Kritik. Stichwort: Postenschacher.
Es ist legitim, dass man Leute auswählt, denen man vertraut. Bei der Holding ist Mark Perz Vorstand geworden – aber nicht, weil er FPÖ-Mitglied ist, das ist er nicht einmal, sondern weil er Expertise hat. Er war vorher immerhin im ÖBB-Management.

Im Wahlkampf hat die FPÖ mit einem Plakat für Empörung gesorgt. Ein Foto von Flüchtlingen – und der Satz: „Graz ist nicht eure Heimat“.
Das ist ein Foto von 2015. Es besteht die Gefahr, dass sich das wiederholt – nur redet keiner öffentlich darüber. Es geht nicht pauschal um Ausländer. Es geht um illegale Migration und die negativen Auswirkungen wie Kriminalität. Wir haben, gemessen an der Bevölkerung, die größte afghanische Community in Europa – 40.000 Afghanen leben in Österreich. Und jeder fünfte ist straffällig geworden.

Bürgermeister Nagl hat den Wahltermin festgelegt, ohne sie einzuweihen. Sie nannten das einen Koalitionsbruch.
Ich habe es von der „Krone“ erfahren. Die ÖVP hatte ein paar Tage davor eine Pressekonferenz angesetzt, um Bilanz zu ziehen. Das kam mir komisch vor. Aber es wurde betont, nein, nein, das ist keine Abschluss-Pressekonferenz.

Trotzdem haben Sie gesagt, dass Sie für eine Fortsetzung von Schwarz-Blau sind.
Als Politiker will man Dinge umsetzen – das kann man in einer Koalition am besten. Aber ich habe meine Lehren daraus gezogen: Mit der ÖVP mache ich ab jetzt alles schriftlich.

Was wollen Sie umsetzen?
(holt Pläne von seinem Schreibtisch) Ich will die Kaistraßen entlang der Mur untertunneln, mit Anschlüssen an die Parkgaragen. An der Oberfläche wäre Platz für ein Fußgängerzone, kleine Parks, Gastgärten.

Und die U-Bahn?
Frau Gewessler hat schon gesagt, dass sie kein Geld hergibt für eine U-Bahn, daher halte ich sie derzeit für nicht umsetzbar.

Was schlagen Sie also vor?
Straßenbahn-Ausbau – aber da brauchen wir auch das Land. Und: Park-and-Ride-Garagen bauen.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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