Aktuelle Studie:

Tierfreundliche Mode ist seit Pandemie gefragter

Tierecke
03.09.2021 09:24

Jährlich leiden und sterben Millionen von Tieren für Kleidungsstücke aus Pelz, Leder und Wolle. Eine aktuelle, von “Vier Pfoten“ in Auftrag gegebene Studie zeigt jedoch, dass die Nachfrage nach Tierwohl in unseren Kleiderschränken steigt. Die globale Umfrage umfasste knapp 14.000 Teilnehmern aus zwölf Ländern. Sie ergab, dass 57 Prozent der Österreicher ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Pandemie verändert haben. 20 Prozent sagten, dass sie jetzt Mode mit höherer Qualität und höheren Tierwohlstandards kaufen.

Ganze 83 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass Tiere in der Modebranche leiden, wobei nur die Schweiz mit 84 Prozent hier im globalen Vergleich einen höheren Anteil hat. Beim Thema Pelz ist Österreich überhaupt das Land, das mit 89 Prozent der Bevölkerung am meisten um das Leid der Tiere in der Pelzindustrie besorgt ist. Insgesamt steigt das Bewusstsein von Tierquälerei in der Modeindustrie stetig an.

Laut der aktuellen Studie zieht hierzulande jeder zweite Erwachsene (53 Prozent) eine Modemarke einer anderen vor, wenn diese bei ihrer Produktion auf Tierschutzstandards achtet. Auch hier liegt Österreich im weltweiten Vergleich (37 Prozent) an erster Stelle. Über neun von zehn Menschen (91 Prozent) erwarten, dass Hersteller neben Umweltschutz und sozialen Standards auch Tierschutz zu einer Priorität machen. 67 Prozent sagen, dass Marken verantwortlich gemacht werden sollten, um Tierwohlstandards in ihren Lieferketten zu garantieren.

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Tierwohl wird in der Modeindustrie immer wichtiger.

Veronika Weissenböck, "Vier Pfoten"

„Die Umfrageergebnisse zeigen es ganz deutlich: Tierwohl wird in der Modeindustrie immer wichtiger. Hersteller, die Tierschutzstandards einhalten, kommen bei den Verbraucher zunehmend besser an. Wir fordern daher die Industrie auf, einerseits tierische Materialien zu reduzieren und andererseits für volle Transparenz innerhalb der Lieferkette zu sorgen“, sagt Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin von „Vier Pfoten“.

(Bild: Vier Pfoten)

„Wear it Kind“
Unglaubliche zwei Milliarden Tiere werden weltweit für Mode genutzt. „Vier Pfoten“ hat in der Vergangenheit bereits mehrfach erfolgreich für Verbesserungen in der Textilbranche gesorgt: Zuletzt konnte man die Marken PUMA und Calvin Klein davon überzeugen, auf Mulesing-Wolle zu verzichten. Trotz schmerzfreier Alternativen werden beim grausamen Mulesing jungen Merino-Lämmern ohne Betäubung große Hautstücke vom Hinterteil abgeschnitten, um Fliegenbefall zu verhindern. Darüber hinaus hat die Tierschutzorganisation das Fur Free Retailer-Programm zum Erfolg geführt, bei dem sich über 1500 Marken dazu verpflichtet haben, nie wieder Pelz zu verwenden.

Konsumenten können die Petition zu „Wear it Kind“ hier unterzeichnen.

Tierleid hat viele Gesichter
„Mit unserem Wear it Kind-Programm wollen wir nicht nur Bewusstsein für Tierqual in der Modeindustrie schaffen, sondern tatsächlich langfristig etwas verändern. Denn während Pelz zwar seit einiger Zeit im internationalen Fokus steht, gibt es auch viele andere grausame Praktiken wie das Lebendrupfen von Gänsen und die brutalen Tötungs- und Haltungsbedingungen von Tieren, die für die Produktion von Leder missbraucht werden. Gemeinsam können wir diese Grausamkeiten beenden und auf eine tierfreundliche Modezukunft hinarbeiten“, erklärt Weissenböck. 

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