11.08.2021 15:40 |

Feuerwehr vor Ort

Steirer bei Waldbränden in Nordmazedonien verletzt

Seit einer Woche sind steirische Feuerwehrleute in Nordmazedonien im Einsatz, um gegen die verheerenden Waldbrände zu kämpfen. In der Nacht auf Donnerstag übernimmt eine neue Mannschaft mit 52 Einsatzkräften. Ein Feuerwehrmann aus dem Murtal verletzte sich schwer am Rücken und wird heimgeflogen.

40 Grad Hitze, Feuer und Rauch, so weit das Auge reicht: 47 steirische Feuerwehrleute gehen derzeit in Nordmazedonien an ihre Grenzen. Sie sind die zweite Gruppe, die gegen die riesigen Waldbrände dort kämpft. Seit Samstagabend verteidigen sie die kleine Ortschaft Budinarci. „Die Feuer sind bis zu 35 Meter hoch. Sie zu löschen ist kaum möglich. Unsere Aufgabe ist es, Dörfer und Häuser zu beschützen“, schildert Teamleiter Jürgen Rachwalik. Der 42-jährige Familienvater aus Bruck an der Mur ist seit 30 Jahren Feuerwehrmann.

Flammen schnitten Rückfahrtswege ab
„In der Früh denkt man oft, dass die Feuer kleiner geworden sind. Aber dann gegen zehn Uhr kommen Hitze und Wind – und sie flammen wieder auf.“ Das führt auch zu brenzligen Situationen. „Am Montag hat der Wind überraschend gedreht und die Flammen haben uns die Rückfahrtwege abgeschnitten. Eine falsche Entscheidung kann da böse Folgen haben.“

Auch körperlich warten extreme Herausforderungen. „Wir sind jeden Tag zwanzig Stunden auf den Beinen. Es gibt nur kurze Verschnaufpausen – aber durch den Adrenalinstoß funktioniert man.“

„Bewohner bringen uns Obst und Wasser“
Die Anstrengungen werden aber belohnt, sagt Rachwalik. „Die Bevölkerung ist so dankbar. Obwohl sie selbst nur das Nötigste zum Überleben haben, bringen die Bewohner des Dorfes uns Wasser und Obst ins Basislager.“ Und auch nach Österreich richtet er dankende Worte: „Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber, die den Feuerwehrmännern Urlaub geben, wäre der Einsatz nicht möglich.“

Feuerwehrmann aus dem Murtal in Nordmazedonien verletzt
Für einen Feuerwehrmann aus dem Murtal hatte der Einsatz fatale Folgen: Am Montagabend wollte er beim Basiscamp aus dem Auto aussteigen und rutschte auf der letzten Stufe des Trittbretts aus. Er prallte mit dem Rücken auf den Asphalt. Feuerwehrkameraden und ein Sanitäter leisteten Erste Hilfe. Der Mann war aber so schwer verletzt, dass er in die Uniklinik in Skopje gebracht werden musste.

Dienstagvormittag wurde er in liegender Position mit einer Air Ambulance von der nordmazedonischen Hauptstadt ins Grazer UKH geflogen. „Der Verletzte war zu jeder Zeit ansprechbar und es geht ihm den Umständen entsprechend gut“, heißt es vom Landesfeuerwehrverband Steiermark.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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