10.08.2021 15:05 |

Musste auf Wache

ORF-Team in Minsk von Polizei angehalten

Am Rande einer Pressekonferenz des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko am Montag, ist ein Team des ORF von der Polizei angehalten worden. Die Journalisten mussten auf eine Polizeiwache kommen und ihre Akkreditierung vorweisen.

Wie das Außenministerium gegenüber krone.at bestätigte, waren Russland-Korrespondentin Carola Schneider und ihr Kameramann bei einem Außendreh in Minsk von der Polizei aufgegriffen und anschließend auf eine Wache gebracht worden. Nachdem sie ihre Akkreditierung vorweisen konnten, durften sie diese nach rund 45 Minuten wieder verlassen.

Grund für Anhaltung nicht bekannt
Der Grund der Anhaltung ist nicht bekannt, das Außenamt sowie die österreichische Botschaft in Minsk wurden allerdings über den Vorfall informiert. Schneider leitet seit 2011 das ORF-Korrespondentenbüro in Moskau. Am Mittwoch zeigt der ORF im Rahmen der Sendung „WELTjournal“ Schneiders Reportage „Mein St. Petersburg“.

Aus dem Außenministerium hieß es dazu, der ganze Vorfall sei „inakzeptabel“ im Sinne der Pressefreiheit: „Journalisten müssen ungehindert arbeiten können.“ Man habe daher Protest eingelegt. Aus Minsk sei dann argumentiert worden, dass es jüngst einige gefälschte Akkreditierungen gegeben habe. 

Rauer Umgang mit den Medien
Der Machtapparat des umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko geht in Weißrussland immer wieder hart gegen Kritiker und Andersdenkende vor. Zuletzt hatte es Razzien gegen unabhängige Medien und Nichtregierungsorganisationen gegeben, bei denen mehrere Menschen festgenommen wurden. Die EU erkennt den immer wieder als „letzten Diktator Europas“ kritisierten Lukaschenko seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor rund einem Jahr nicht mehr als Staatsoberhaupt an. Bei Protesten in den Monaten nach der Wahl gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen. Im Zuge der Proteste wurden auch internationalen Medienvertretern, etwa des deutschen Fernsehsenders ARD, zumindest vorübergehend die Akkreditierungen entzogen.

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