Volle Reservierungsbücher, aber kaum neue Mitarbeiter in Sicht: In der abklingenden Corona-Krise finden Salzburgs Hoteliers und Gastronomen nur schwer Personal. „Wir müssen unser 2020 eröffnetes Restaurant heuer leider zu lassen, wir finden keine Mitarbeiter dafür“, sagt etwa der Lungauer Hotelier Otto Großegger.
„Wir haben viel Geld investiert und es sind auch viele Gäste da. Dennoch können wir nur 20 Prozent unserer Möglichkeiten ausschöpfen“, sagt Otto Großegger. Der Hotelier und Skischulchef ist alarmiert: Gut 2,5 Millionen Euro hat er am Katschberg in den vergangenen Jahren in sein Appartementhaus Speckalm und in seine Frühstückspension Bergnest gesteckt. Richtig loslegen kann er trotzdem nicht: Großegger sucht noch immer händeringend acht Mitarbeiter für seine Betriebe. „Wir haben 50 Prozent unserer Stammmannschaft verloren, weil wir im Winter nicht aufsperren konnten“, berichtet Großegger.
Wir haben 50 Prozent unserer Stammmannschaft verloren, weil wir im Winter nicht aufsperren konnten.
Hotelier Otto Großegger
Viele seiner Mitarbeiter hätten sich vom AMS umschulen lassen - oder haben die Branche gewechselt. Und das hat Folgen: „Wir müssen unser 2020 eröffnetes Restaurant mit 80 Sitzplätzen heuer leider zu lassen, wir finden keine Mitarbeiter dafür“, sagt der Lungauer, der momentan nur Frühstück anbietet und selbst kräftig mit anpackt.
Alleine ist der Lungauer mit seinen Personalsorgen nicht: Ende Juni waren beim AMS Salzburg 1964 offene Stellen in der Gastronomie und Hotellerie gemeldet.
„Die Probleme haben sich nun multipliziert“
Tourismusexpertin Petra Nocker-Schwarzenbacher kennt das Problem: „Der Mangel ist enorm, die Probleme haben sich multipliziert. Vor der Krise hatten wir einen ständigen Mangel, nun lastet großer Druck auf den Arbeitenden.“
Der Arbeitsmarkt sei ausgefischt, nun gebe es „nur mehr schwer Vermittelbare“. Selbst Langzeitarbeitslose seien kaum anzuwerben - trotz Bemühungen des AMS. „Viele werden ihr Geschäftsmodell anpassen müssen“, sagt Nocker-Schwarzenbacher. Beim AMS will man das nicht so stehen lassen: Die umgeschulten Mitarbeiter hätten ohnehin die Branche verlassen, so AMS-Chefin Jacqueline Beyer. Zudem gebe es eine eigene Joboffensive für den Tourismus.
Das Bewerbungsverhalten hat sich verschlechtert.
Jaqueline Beyer, AMS
Aber: Langzeitarbeitslose seien schwer zu vermitteln. „Das Bewerbungsverhalten hat sich verschlechtert“, sagt Beyer. Nun wolle man stärker kontrollieren - die Sanktionen reichen bis zur Streichung des Arbeitslosengeldes.
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