Wer denkt, dass es keine „Halbschuhtouristen“ in den Tiroler Bergen mehr gibt, wurde jetzt eines Besseren belehrt: Die Bergrettung Hall-Umgebung musste am Mittwochabend eine 25-köpfige deutsche Jugendgruppe vom „Köpflsteig“ oberhalb von Thaur (Bezirk Innsbruck-Land) bergen. Die Deutschen steckten unterkühlt in rund 1200 Metern fest.
Überwiegend „bewaffnet“ mit Sneakers wollten die in Tulfes stationierten Deutschen zwischen 16 und 17 Jahren am Mittwoch bei Regen den „Köpflsteig“ in Richtung Thaurer Mähder bezwingen. „Den kennen eigentlich nur die Einheimischen, er ist nicht markiert, nur schwach ausgetreten und daher auch nicht wirklich gut erkennbar“, sagt Christian Mauracher, Ortsstellenleiter der Bergrettung Hall-Umgebung.
Es kam, wie es kommen musste. Bei der Überquerung eines Bachs war Endstation für die Gruppe. Deren Leiter schlug um 16.40 Uhr Alarm, die 25 Personen warteten auf die Bergung durch die Bergrettung. Bei teils strömendem Regen hatte kaum einer eine Jacke dabei, von Regenschutz ganz zu schweigen.
„Am Seil aus Bachbett gezogen“
„Wir sind aufgestiegen und haben sie am Seil aus dem Bachbett gezogen“, sagt Einsatzleiter Mauracher. Dann bauten die 15 Bergretter entlang des Steigs Seilgeländer. Die Einsatzkräfte lotsten die „Halbschuhtouristen“, von denen ein 17-Jähriger durch einen Steinschlag eine Platzwunde am Kopf erlitten hatte, am Steig zum Fahrweg. Die Feuerwehren Thaur und Rum fuhren die jungen Leute ins Tal, die Bergretter brachten den Verletzten und ein Mädchen, das einen Schock hatte, ins Krankenhaus Hall. Alle waren durchnässt und unterkühlt.
Eine gute Tourenplanung sieht ganz anders aus.
Bergretter Christian Mauracher
„Eine gute Tourenplanung sieht ganz anders aus“, resümiert Christian Mauracher. Der „Gruppenleiter“ hatte die Wanderung auf einer App im Internet gefunden. Angeblich war die Gruppe vorher einmal am Glungezer.
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