29.07.2021 12:35 |

Bau fertiggestellt

Peljesac-Brücke: Kroatien ist wieder vereint

Das größte und wichtigste Infrastrukturprojekt Kroatiens ist nach drei Jahren Bauzeit abgeschlossen worden. Die Peljesac-Brücke verbindet nun Süddalmatien mit dem Rest des Balkanlandes. Es ist keine Überquerung von bosnischem Territorium auf dem Landweg mehr notwendig.

Das letzte Stück der Stahlkonstruktion der 2,5 Kilometer langen Schrägseilbrücke ist am Mittwoch platziert worden. Dieser Akt wurde anschließend auch gebührend gefeiert: mit Feuerwerk und der Anwesenheit des kroatischen Premiers Andrej Plenkovic. Dieser bedankte sich bei allen Beteiligten für die Fertigstellung des „Generationenprojekts“.

Fahrt zwischen Zagreb und Dubrovnik um zwei Stunden verkürzt
Die Brücke, mit der die Bucht von Mali Ston überbrückt wird, wird ab dem nächsten Jahr, wenn auch der Windschutz montiert ist, eine direkte Verbindung vom Festland über die Halbinsel Peljesac nach Süddalmatien ermöglichen. Damit wird das gesamte kroatische Territorium erstmals über Land miteinander verbunden sein. Die Fahrt zwischen Zagreb und Dubrovnik, die derzeit mehr als sechs Stunden dauert, soll laut kroatischen Medien künftig um zwei Stunden verkürzt werden.

In das gesamte Projekt - die 55 Meter hohe Brücke mit vier Fahrspuren und mehr als 30 Kilometer Zufahrtstraßen - floss nach Angaben der kroatischen Regierung ein Investitionsvolumen von 550 Millionen Euro. Dazu steuerte die EU aus den Kohäsionsfonds 357 Millionen Euro bei. Die Brücke wurde vom chinesischen Bauunternehmen China Road and Bridge Corporation (CRCB) gebaut.

Strabag errichtete Zufahrtstraßen
Auch in den kroatischen Medien wurde das Projekt in höchsten Tönen gelobt. „Nach 300 Jahren Trennung hat diese Wunderbrücke Kroatien wieder vereint“, schrieb zum Beispiel die Tageszeitung „Jutarnji List“. Für den Bau der Brücke hatte sich auch der österreichische Baukonzern Strabag beworben und vergeblich versucht, die Vergabe des Projekts an das chinesische Konsortium wegen Dumpingvorwürfen zu verhindern. Erfolgreicher war die Strabag bei der Ausschreibung für die Zufahrtstraßen, wo sie den Zuschlag für den nördlichen Teil der Straßen gewann.

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