28.07.2021 08:00 |

Allerheiligen/Mürztal

Ein ganzes Dorf wagt den Sprung auf die Opernbühne

Seinen Heimatort Allerheiligen im Mürztal macht Theaterregisseur Georg Schütky gerade zur Bühne für eine Dorfoper! Vom Profi-Wrestler über die Mitglieder des Musikvereins bis zu Kundinnen der Lebenshilfe stehen von 5. bis 7. August in „Die Nacht von Allerheiligen“ unzählige Laien aus der Region mit auf der Bühne.

Seine Inszenierung von Peter Roseggers „Jakob der Letzte“ vor einigen Jahren in Krieglach war für Georg Schütky die „erste Auseinandersetzung mit meiner Heimat als Ort für Theater“. Von hier aus hat er einst seine Karriere gestartet, die den Theaterregisseur mittlerweile nach Berlin geführt hat. Doch so ganz losgelassen hat ihn das Mürztal nie mehr: „Während Corona ist die Idee entstanden, meine Theaterfamilie in Berlin und meine Heimat in Allerheiligen zusammenzubringen.“

Die Sagen der Wildfrauen als Teil des Projekts
„Die Nacht von Allerheiligen“ nennt sich das Projekt, das er teilweise über Crowd-funding finanziert hat und in dem sich die Dorfgeschichten von Nikolai Gogol mit den Sagen des Mürztals verbinden: „Vor allem die Legende der Wildfrauen mit ihrer Andersartigkeit hat uns interessiert“, sagt Dramaturgin Maria Buzhor.

Das Stück beginnt mit einem mysteriösen Vorfall auf dem Kirchplatz und führt dann über 19 Stationen durch den ganzen Ort. Das Publikum trifft auf Figuren, die allesamt noch eine Rechnung mit der Welt oder dem Dorf offen haben.

Als Veranstalter fungiert der Musikverein Allerheiligen-Mürzhofen, der mit 30 Musikern beteiligt ist. Für sie hat die gebürtige Mürztalerin Laura Winkler Stücke komponiert, die „vom klassischen Kapellensound bis zur elektronischen Musik reichen“, erklärt sie.

Viele Menschen in der Region arbeiten mit
Doch die Musiker sind nicht die einzigen Menschen aus der Region, die - neben Bühnenprofis wie Alexander Mitterer und Nora Winkler - involviert sind: „Wir haben in einem Nachbarort einen tollen Kostümfundus entdeckt, und die Lebenshilfe hilft mit, all die Kostüme zu kreieren“, erzählt Ausstatterin Christina Schmitt. Drei der Kundinnen der Lebenshilfe stehen auch als Darstellerinnen auf der Bühne und treffen dort auf den lokalen Wrestling-Star Dennis Zinner alias Dan Main.

Aktuell laufen die Proben im ganzen Ort: „Wir haben alles an die Menschen und Plätze angepasst“, so Schütky. Und wenn wo was fehlt, steht bestimmt ein Anwohner mit Rat und Tat parat: „Manche von ihnen hatten noch nie Kontakt mit Theater, andere sind erfahren. Doch alle hatten große Lust, nach der langen Corona-Zeit etwas gemeinsam zu kreieren. Und ohne dieses Miteinander wäre das Projekt nicht möglich gewesen.“

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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