26.07.2021 09:00 |

Grazer Designerin

Bettina Reichl macht Kleiderkunst aus Schafwolle

Mit ihrem Label Odrowąż hat sich die Grazerin Bettina Reichl einen Namen in der Modeszene gemacht. Nun arbeitet sie mit Schafen und hat eine gefilzte Liebesgeschichte gezaubert.

Der Blick über den Tellerrand war immer schon ein Teil der Arbeit von Bettina Reichl. Sie hat afrikanische Textiltraditionen mit heimischen verbunden und schon sehr früh auf die Nachhaltigkeit bei von ihr verwendeten Materialien Wert gelegt. In ihrem jüngsten Projekt „Weidekleid“ widmet sie sich ihrer Liebe zum Schaf und setzt mehr auf meditative Kulturarbeit als auf kommerzielle Aspekte.

Liebe auf den ersten Blick
Angefangen hat dieses Projekt mitten im ersten Lockdown nach dem Tod ihrer Katze. Die Trauer um das Tier brachte Reichl auf langen Spaziergängen einer Schafsherde näher. „In einem Lamm fand ich viele Eigenschaften meiner Katze wieder - es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie. Schnell hat sie eine Patenschaft für die kleine „Breitnase“ übernommen. Und ist auch mit dem Schafbauern ins Gespräch gekommen.

Aufeinandertreffen zweier Welten
Das Aufeinandertreffen zweier höchst unterschiedlicher Welten führte zu einem wunderbaren Ergebnis. Bettina Reichl kümmert sich seitdem nach der Arbeit gerne einmal um „ihre“ Schafe. Und denkt da über Modetraditionen, aber auch über Landwirtschaft nach: Geht es den Tieren gut, sind auch ihre Produkte schöner und besser. Dabei ist die mittlerweile überzeugte Vegetarierin aber realistisch geblieben. „Schafbäuerin werde ich wohl nicht, aber die Zusammenarbeit suche ich.“

Kleidung trägt Namen
Die ungenutzte Wolle „ihrer“ Schafe hat sie dann auf die Idee gebracht. Mit Freunden - „Durch die Lockdowns hatten die Menschen mehr Zeit“ - ist sie oft stundenlang zusammengesessen und hat die Wolle händisch gereinigt. „Es war eine ruhige, meditative Arbeit, bei der wir viele interessante Gespräche geführt haben“. Aus der gefilzten Wolle sind dann Mäntel, Capes und Kleider entstanden - pro Schaf ein Stück, das auch den Namen des Schafs trägt. Zum Verkauf sind diese Stücke aber nicht gedacht - „allein die Arbeitszeit wäre unbezahlbar“. Es ist eher ein Kunstprojekt, das unser Bewusstsein schärfen soll.

Und als ein Kunstprojekt wird das „Weidekleid“ auch vorgestellt: im Rahmen einer Mode-Tanz-Performance mit Tänzerin/Choreografin Valentina Moar, die diese Einzelstücke tragen wird, und den Musikern Rainer Binder-Krieglstein und Georg Wissa im Grazer Kunsthaus am 19. August ab 19 Uhr .

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