23.07.2021 17:00 |

Neuer Anschluss

Arabische Low-Cost-Fluglinien setzen auf Flughafen

Am Freitagvormittag ist am Flughafen Salzburg erstmals eine Maschine der saudischen Billigfluggesellschaft Flynas gelandet. Schon am 15. Juli setzte - ebenso zum ersten Mal - ein Flieger der Emirates-Tochter flydubai in der Mozartstadt auf. Gemeinsam bringen beide Fluglinien neu siebenmal die Woche Gäste aus dem arabischen Raum nach Salzburg - in sechs Stunden Flugzeit und ohne Zwischenstopp. Für den Airport sind die neuen Verbindungen nach der Coronakrise ein Lichtblick.

Bisher sind die Gäste nach Wien, München oder Prag geflogen und haben sich dort einen Mietwagen genommen. Wenn sie jetzt direkt anreisen können, bedeutet das auch mehr Wertschöpfung in der Region„, sagte Christopher Losmann, der Bereichsleiter Verkehr am Flughafen Salzburg, im APA-Gespräch. Viele Reisende würden am Ort der An- und Abreise eine zusätzliche Nacht buchen. “Gäste aus dem arabischen Raum geben mit rund 300 Euro am Tag auch deutlich mehr Geld aus als der Durchschnittsgast mit 150 bis 170 Euro pro Tag.„

 Die Flynas - sie fliegt ab heute dreimal die Woche nach Salzburg - ist eine reine Sommerstrecke, die voraussichtlich bis Ende September bedient wird. “Es wäre sogar ein höherer Bedarf da, aber Menschen aus Saudi-Arabien brauchen Schengen-Visa. Die Kapazitäten bei der Abwicklung sind jedoch limitiert.„ Die Verbindung sei eine klassische Inbound-Strecke, auf der mehr Araber nach Salzburg kommen als Salzburger nach Arabien fliegen. “Man darf den Geschäftsverkehr nach Saudi-Arabien aber nicht unterschätzen„, betonte Losmann.

 Deutlich attraktiver für Urlauber und Geschäftsreisende aus dem Einzugsbereich des Salzburger Airports ist die neue Verbindung mit flydubai. Diese operiert das ganze Jahr über - derzeit stehen vier Flüge die Woche am Programm. Über Dubai, einen der größten Flughafen der Welt, besteht die Möglichkeit, über Codesharing das Netz von Emirates zu nutzen. “Die Flieger aus Salzburg kommen direkt am großen Terminal an und haben Umsteigeverbindungen in die ganze Welt. Hier erreichen wir deutlich mehr Outbound-Gäste.„ Nach Wegfall des innerösterreichischen AUA-Zubringerfluges nach Wien seien von Salzburg aus erreichbare Drehkreuze besonders wichtig.

 “Wir sind davon überzeugt, die vier Verbindungen nach Dubai spielend auslasten zu können„, sagte Losmann. So sei die flydubai-Mutter Emirates vor Corona dreimal am Tag nach München und zweimal am Tag nach Wien geflogen. “Und das mit deutlich größerem Gerät.„ Flynas und flydubai seien zwar als Low-Cost-Carrier definiert, “ihre Ausstattung ist aber vielfach besser als die vieler traditioneller Fluggesellschaften„.

 Auch die Touristiker in Salzburg sehen die neuen Verbindungen mit Wohlwollen. Wie Gernot Hörwertner von der Tourismusgesellschaft des Landes zur APA sagte, seien die neuen Strecken ein wichtiger Schritt. Die internationale Reisetätigkeit werde wohl noch länger nicht das Niveau wie vor Corona erreichen. “Der Marktanteil arabischer Gäste in Salzburg lag zuletzt bei rund zwei Prozent. Vier von fünf Besuchern sind Sommergäste, die Erfrischung und Abkühlung suchen und eine Vorliebe für Seen, Wasser und Gletscher haben." So sind neben der Landeshauptstadt vor allem Zell am See, Kaprun, Krimml und Bad Gastein beliebte Ziele. Zwischen November 2018 und Oktober 2019 wurden im Bundesland rund 170.000 Ankünfte und 680.000 Nächtigungen von Gästen aus dem arabischen Raum registriert.

Begleitet wird der Start der neuen Verbindungen mit Marketingmaßnahmen in den arabischen Ländern. Zum Start des Flynas-Flugs befanden sich laut Flughafen heute etwa zwei hochrangige Influencer mit an Bord.

 Salzburg-Krone
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